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Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

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I. Die Erzeugnisse der Möbeltischlerei etc. 
Auch an den bekannten Teakholzmöbeln, die, ohne alle Structur 
in ein ganz durchbrochenes Geschlinge vegetabilischer Ornamente auf 
gelöst, die Formen europäischer Polstermöbel nachahmen, fehlte es 
nicht.' Sie gehörten zu den wenigst erfreulichen Erscheinungen der 
indischen Abtheilung, stehto aber doch weit höher als ähnliche Dinge 
hei den Chinesen. 
Sehr interessant waren die in der Ausstellung von Erzeugnissen 
der französischen Colonien in der Abtheilung Cochinchinas ausge 
stellten Möbel: originelle Kastenmöbel mit vielen kleinen Schubladen 
oder Schrankfächern, Tischplatten, Füllungstafeln, Kästchen mit me 
tallenem Einsätze zum Bewahren des Betels, kleine frühen und vie 
les Andere. Alles aus dem sehr festen und schweren, schwärzlich 
braun gefärbten Holze einer Dalbergia (vulgo: Trac) gearbeitet und 
mit sehr zierlichen Perlmuttereinlagen geschmückt. Selten treten 
diese Einlagen in grösseren, dann meist gravirten Flächen auf, meist 
stellen sie geschmackvoll über die Fläche vertheiltes feines Ranken 
werk, unter Anderem ostasiatischer Kletterkürbisarten, mit geschlitzten 
Blättern und spiralischen Ranken dar, dazwischen allerlei Gethier, 
Vögelchen und kletternde langgeschwänzte kleine Nager; doch kommen 
auch mancherlei Bandverschlingungen, Mäanderbänder, Schnfttäfelchen 
und Motive der chinesischen Ornamentik vor. Im Ganzen ist der 
Stil dieser Verzierungen als ein originaler anzusprechen. Die Technik 
ist eine höchst vollkommene. Bei den kostbarsten Stücken treten die 
Einlagen etwas über die Fläche vor und sind dann,. wo grossere 
Stückchen Vorkommen, wie bei Blättern und Thierchen, fein geschnitzt, 
was den farbigen Schimmer der Perlmutter zu schönster Geltung 
bringt. Das Trac-Holz bleibt in diesem Falle matt. Bei anderen 
Stücken wird die Perlmutter bis zur Fläche des Holzes abgeschliffen, 
und mit diesem polirt. Manche Möbel und Kästchen sind mit me 
tallenem, auch silbernem Beschlag stilvoll verziert. Von den Aus 
stellern derartiger Arbeiten boten Mourin d’Arfeuilles und Sand- 
ner sehr schöne kleinere Stücke, Philastre und Spooner wirkliche 
Möbel; letzterer auch eine vollständige Bettlade von europäischem 
Zuschnitt. Konnte bei dieser kein Zweifel obwalten, dass man eine 
moderne Arbeit vor sich habe, so durfte bei den meisten übrigen 
Stücken die Frage nicht unterdrückt werden, ob man es hier nicht 
eigentlich mit älteren cochinchinesichen Arbeiten y zu thun habe, die 
nur als verkäufliche Antiquitäten, nicht als neue Fabrikate ihrer Aus 
steller nach Wien gelangt waren. Die genannten Aussteller erhoben 
zwar den Anspruch, als Verfertiger prämiirt zu werden, was ihnen 
auch nicht gewehrt werden konnte. Sie seien, hiess es, Eingeborene, 
die bei der Taufe christliche Namen angenommen hätten. Wir be 
richten dieses, ohne der Sache auf den Grund gehen zu können, dass
	        
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