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Gruppe VIII. Holz - Industrie.
England allein für 412 000 Riksdaler, Dänemark für 130 000 Riks-
daler, Deutschland für 95 000 Riksdaler. Von der wachsenden Bedeu
tung des schwedischen Hölzhandels mögen auch die Thatsachen eine
Vorstellung geben, dass im Jahre 1871 circa 33 000cm Bretter und
Planken direct nach Australien verschilft wurden, und dass im Jahre
1873 die schwedischen Bautischlerarbeiten die österreichischen nahezu
gänzlich vom ägyptischen Markt verdrängt hatten.
Auch in Norwegen wird die Veredelung der grossen aus den aus
gedehnten Wäldern gewonnenen Holzmengen schwunghaft betrieben.
Bis jetzt vorwiegend durch Säge- und Schneidewerke, von denen 645
im Jahre 1870 ca. 9800 Arbeiter beschäftigten. Die kleineren der
selben werden aber durch grössere Anlagen, bei denen auch Dampf
kraft benutzt wird, mehr und mehr verdrängt. Die weitergehende
Veredelung in Bautischlereifabriken ist erst neuerdings und spätßr als
in Schweden in Angriff genommen worden, so dass im Jahre 1871 erst
circa 3000 Centner verarbeitete Holzwaare ausgeführt werden konnten.
Die älteste und in Wien mit dem Ehrendiplom ausgezeichnete
der schwedischen Tischlereifabriken ist die im Jahre 1860 von
August Bark und G. S. Warburg begründete, zu Anfang des
Jahres 1872 in eine Actiengesellschaft mit einem voll eingezahlten
Capital von 400 000 Riksdaler umgewandelte „Maschinen - Tisch
lerwerkstätte der Actien - Gesellschaft Bark u. Warburg
in Göteborg“. Die Production dieser Anstalt umfasst alle Arbei
ten der Bautischlerei, besonders Leisten, Thüren und Fenster,
welche in grosser Menge sowohl im Lande selbst als in Nord
deutschland, Frankreich, Belgien und England abgesetzt werden. Auch
können alle Theile hölzerner Häuser mit Maschinen angefertigt, bei
der Fabrik zusammengesetzt, dann wieder auseinandergenommen, ver
schifft und an Ort und Stelle von den Arbeitern der Gesellschaft wie
der zu vollständigem Ganzen zusammengefügt werden. Auf diese
Weise hat die Fabrik ein grösseres Krankenhaus in Majorna bei Göte
borg, vier Gebäude für Hospitäler auf Hisingon bei Göteborg, zwei
grössere Officiercasernen für Rechnung der preussischen Regierung in
Wilhelmshafen, mehrere Häuser für die schwedische Nordpolexpe
dition und solche für die Actiengesellschaft „Isfjorden“, welche auf
Spitzbergen aufgestellt werden sollen, Lootsenhäuser für die königlich
schwedische Lootsendirection und Wächterhäuschen bei Leuchtfeuern
für die königliche dänische Leuchtfeuerverwaltung, Arbeiterwohnungen,
Badhäuser und Jagdpavillons in verschiedenen Gegenden Schwedens
gebaut. Die Angabe, dass diese Häuser nach einem „besonderen Bau
stil“, welcher der Gesellschaft im Jahre 1869 für Schweden patentirt
worden, dürfte von einer Art Holzverbindung, nicht von dem Baustil
im wahren Sinne des Wortes zu verstehen sein. Diese Verbindung
besteht darin, dass die Feder der Langseite des einen Brettes einen