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Gruppe VIII. Holz - Industrie.
die Spitzbogen über den Eingängen waren eine ungefällige Künstelei.
Welche Rolle schon in den kleinen geometrischen und labyrinthischen
Gartenanlagen der französischen Renaissance derartige Gittergänge
und Gitterhäuschen spielten; dass diesen im Gartenstil Ludwig XIV.
eine weitere, völlig architektonisch veranlagte Ausbildung und dabei
durch Aufzucht verschnittener Sträucher zwischen und an den Gittern
und durch abwechselnd grüne und weisse Bemalung und \ ergoldung
erhöhte Wirkung gegeben; dass solche Treillages noch in den Gärten
Louis XVI., vornehmlich als Abschluss kleinerer Anlagen, denen
eine Perspective fehlte, eine bedeutende Stelle einnahmen, ist aus der
Geschichte der Gartenkunst bekannt, und auch heute noch wird die
Fabrikation der Treillages, deren Benutzung das mildere Klima in
Frankreich sehr begünstigst, schwungvoll betrieben. Allein die genannte
Firma soll mit dergleichen Gartenbauten einen Jahresumsatz
von 1 500 000 Francs erzielen.
Portugal zeigte in dieser Abtheilung das in Lärchenholz sauber
ausgeführte Modell eines auf der Insel Madeira üblichen Schiebfensters,
nach dem bekannten englischen System, bei welchem einige Vortheile
vor dem in Deutschland üblichen Fensterverschluss dadurch aufgewogen
werden, dass die Schiebfenster nur die halbe Oeffnung gestatten
und bei Wind unablässig „scheppern“.
Italien bot auch nichts von sonderlichem Werthe: einige Fenster
und Thüren aus dem Venetianischen.
Auch in diesem Zusammenhang ist der Japaner rühmend zu gedenken.
Die von Musashiya in Tokio ausgestellten reizenden Modelle
von Holzbauten und die von japanischen Arbeitern an Ort und
Stelle im Prater errichteten Holzbauten mit den Stacketten und Brücken
des japanischen Gartens standen, was Sauberkeit und Schärfe der Holzbearbeitung
anbelangt, über Allem, was in irgend einem Zusammenhang
von europäischen Bautischlerarbeiten in Wien zu finden war.
Erstaunlich war es zu sehen, mit wie einfachen Werkzeugen diese
Arbeiten verrichtet wurden; dass diese Werkzeuge aber keineswegs so
primitiver Art, wie man auf den ersten Vergleich mit unserem fast eleganten
Tischlergeräth meinen möchte, ist schon erkannt worden. Unter
Leitung des Prof. W. Exner in der Forstakademie zu Mariabrunn bei
Wien mit japanischen Sägen angestellte Versuche, über welche der
Genannte vor der Jury der 8. Gruppe, deren Berichterstatter bei der
grossen Jury er war, eingehend berichtete, haben ein überraschendes
Licht auf die für Hirn- und Aderschnitt eigenartig berechneten Zahnstellungen
gewoi’fen. In höchstem Grade aber verdient das unvergleichliche
Holz der japanischen Ceder, Cryptomeria japonica, unsere
Beachtung. Für feinere Tischlerarbeiten würde Japan wohl einiges
Cedernholz exportiren können; grösseren Ansprüchen könnte das kleine