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Gruppe VIII. Holz-Industrie.
Für die vergleichende Betrachtung zerfallen die in dieser Section
untergebrachten Leistungen in drei Gruppen, von denen wir zunächst
diejenige, welche die Herstellung vollständiger Möbel, Geräthe, Rahmen
und dergleichen für die Wohnungsausstattung betrifft, zweitens die Fa
brikation der Gold- und Politurleisten, die sich zu der ersteren Gruppe
verhält, wie die Kehlleistenfabrikation zur Tischlerei, und drittens die
Aiistreicherarbeiten zu betrachten haben.
In jener ersten Gruppe thaten sich wie in der Möbeltischlerei die
Franzosen mit gewohntem Glanz hervor. Die Pariser Specialisten hatten
nur in geringer Anzahl ausgestellt. Albert Gallais zeigte seine un
übertroffenen lackirten Möbel: Schränke, Betten, Stühle, meist für die
Schlafstube bestimmt, in weisser, zart getönter Lackirung mit dunkler,
doch im selben Ton gehaltenen Gliederungen und leicht und anmuthig
auf die Flächen gemalten Füllstücken, Blumen, Trophäen der Liebe
und idyllischen Hirtenlebens, auch diese, obwohl in bunten Farben, zu
dem hellen Grundton des Ganzen gestimmt; der Stil zumeist ein wohl
verstandener, von seinen zopfigen Anhängseln frei gehaltener Louis XVI.;
Picarel in Weiss und Gold ausgeführte Decorationsstücke von ausge
suchter Eleganz; Loremy & Grisey ihre bekannten Bilder- und Spie
gelrahmen; dergleichen auch Leo p. Brot undL.Souty & Co. Von dep
Ausstellern, die wir anlässlich ihrer anderweitigen Leistungen schon
eingehend besprochen haben, zeigten Fourdinois zwei schön model-
lirte Candelaber (Vasenträger), die Figuren in mattem Weiss, die Orna
mente vergoldet; RoudillonConsoltischchenin zweifarbiger, — grüner
und gelber — Vergoldung; Colin, Dämon & Co. einen vergoldeten
Spiegelrahmen mit weissen Medaillons auf blauem Grunde; B. Worms,
J. B. Lanneau, Gueret freres, P. Mazaroz und Lemoine Sessel
im Stil Louis XV. und Phantasiestühlchen, an denen bald, wenigstens
durch den historischen Hintergrund berechtigt, bald in falscher
moderner Prahlsucht das hölzerne Gerüst völlig vom Golde verdeckt
war. Das schlimmste Beispiel dieser letzteren Richtung war P. Ma
zaroz’ ofterwähntes Buffet. Stoffliche Ausschweifungen, wie sie hierin
zu Tage traten, sind bei uns in Deutschland schon hinreichend einge
bürgert, als dass eine Warnung vor der Nachfolge der Pariser nützte.
Kann man sich von ihnen noch nicht lossagen, um das Gold am Mobi
liar nur noch in seiner schönen Bedeutung als metallische Farbe zu ver-
werthen, so möge man den Franzosen wenigstens auch ihre Geschicklich
keit in der Herstellung und Verwendung mehrfarbigen Goldes ablernen.
Auf dem Wege hieran gehen die Wiener schon voran, die über
haupt Vortreffliches in dieser Abtheilung zeigten, und auch darin Selbst
ständigkeit bekundeten, dass sie den Aufwand für künstlerisch geschulte
Modelleure nicht gescheut hatten. Zu den schönsten Vergolderarbeiten