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Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

Y. Die Erzeugnisse aus gespaltenem 
Holze und die Holzdrahtwaaren. 
In diesem Abschnitt begegnen wir einer äusserst mannigfaltigen 
Gesellschaft von Erzeugnissen der Holzindustrie. Die gespaltenen Lat 
ten und Buhnen zum Dachdecken, die Schindeln, die tannenen Schach 
teln und Siebränder, die Böttcherwaaren, das Stellmacherholz, das Holz 
für die Resonanzböden der musikalischen Instrumente, die Holzspan 
arbeiten, die Schuhstifte, die Holzdrähte für Zündhölzer und sogenannte 
Holzgewebe u. s. w. gehören hierher, da sie ursprünglich alle das ge 
meinsam haben, dass ihre Verarbeitung von der Trennung des Holzes 
genau in der Längenrichtung seiner Fasern ausgeht. Ein grosser Theil 
dieser Holzwaaren giebt uns zu allgemeinen Betrachtungen keinen An 
lass, ein anderer Theil könnte nur im Zusammenhang mit denjenigen 
Industrien, welche das Spaltholz benutzen, ohne Holzindustrien im 
eigentlichen Sinne des Wortes zu sein, richtig gewürdigt werden. 
Wir heben daher nur das Wesentliche heraus. Zunächst die wich 
tigen Böttcherwaaren, zu welchen die Fassbinderei im Grossen und 
die Herstellung kleineren Küchengeräthes aus Bindholz gehört. 
Auch die Fassbinderei ist einer von den Zweigen der Holzindu 
strie, welche von der nüchternen Zeitströmung dem Kunstgewerbe 
völlig entrissen und in die Bahn einer nur noch technisch bedeutsamen 
Industrie geleitet sind. In unserer Urväter Zeiten war das anders; 
Zeugen dessen die stattlichen Fässerreihen, die in den Kellergewölben 
norddeutscher Rathhäuser hier und da noch erhalten sind. Die dem 
offenen Gang zwischen den Fässern, der oft zugleich als Trinkstube 
diente, zugewandten Bodenflächen sind niemals schmucklos gelassen. 
Bald sind sie mit geschnitztem Relief in launigem Bezug auf die Götter 
des Weines verziert, bald, und so stets bei den grösseren Stücken, sind 
die Balken und Querhölzer, welche zu mehrerer Festigkeit die Dauben
	        
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