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Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

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Gruppe VIII. Holz - Industrie. 
nover, zeigte ihre Specialität, Eimer und dergleichen nach amerikani 
schem System, von denen allein sie im Jahre 1871 75 000 Stück auf 
den Markt brachte; Wilhelm Hundertmarkt inEisenach die hölzernen 
ausgepichten Bierkannen, aus denen in der Jenenser Gegend das trübe 
Lichtenhainer Weissbier getrunken wird; J. G. C. Kippner in Ham 
burg eine solide Badewanne aus Eichenholz; C. B. Rasch in Hamburg 
Hausstandsgefässe; J. H. G. Walkof in Hamburg die Bestandtheile 
der kleinen Fässchen, welche er in seiner Fabrik von Fischconserven 
für eigenen Gebrauch mit Maschinen herstellt. 
Einen freundlichen Anblick boten die Binderarbeiten der Schwei 
zer. Sauberkeit der Arbeit und schönes weisses Holz ihrer Butten, 
Kufen und Eimer erinnerten gleich an die reinliche Sennwirthschaft. 
Die besten waren die Emmenthaler Käsereigeräthschaften von Gebr. 
Berger in Thal, Bern, recht gut auch die „Milchtauser“ und Melk 
eimer von Küfer Manser in Appenzell, und die Milchgeräthschaften 
von Jacob Eberli in Amden bei Weesen, St. Gallen. 
Holzstifte für Schuhmacher hatten Deutschland, Oester 
reich-Ungarn und die Schweiz ausgestellt. Eine andere als die be 
kannten Methoden, wonach die spitzen Stifte entweder durch Ausho- 
belung rechtwinklig sich durchkreuzender, spitzwinkeliger Furchen auf 
der einen Hirnfläche der Holzscheiben und Spaltung dieser in den Rich 
tungen der Furchen, oder dadurch hergestellt werden, dass man die 
Scheiben in Streifen von der Dicke der Stifte spaltet, die Streifen auf 
der einen Längenkante zuschärft, dann in Stifte spaltet, war jedoch 
nicht bemerkbar. Nur ein Amerikaner, B. F. Sturtevant in Boston, 
brachte in dieser Hinsicht Neues mit seinen „Shoe peg Ribonds for 
Machines , spiralisch aufgerollte Bänder von Ahornholz. Diese wer 
den bisweilen im Walde selbst — mit Maschinen aus dem noch 
grünen Baum geschnitten, wobei dieser zuerst in flache Scheiben von 
der Höhe der Stifte zerlegt, sodann die Scheiben durch einen vom 
Rande her dem Umkreis folgenden Schnitt in ein einziges langes Band 
zerschnitten werden, welches in scheibenförmig aufgerolltem Zustande 
an die Schuhstiftfabriken abgesetzt wird. In letzteren werden die 
Bänder mittelst Maschinen in Stifte zertheilt und diese der Länge nach 
durch eine kleine, an ihrer Spitze trichterförmig verengte Form hin 
durchgepresst, wodurch das Holz beträchtlich zusammengedrückt, daher 
härter und dauerhafter wird. Es ist dies ein ähnliches System, wie 
dasjenige, welches in England für die Zubereitung der hölzernen Nägel 
und Keile befolgt wird, die zur Befestigung der Eisenbahnschienen in 
den Schienenstühlen und dieser auf den Schwellen dienen. ,
	        
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