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Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

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VI. Korkwaaren. 
in der Delmenhorster Gegend wird die Korkfabrikation seit längerer 
Zeit als Hausindustrie betrieben. Die bedeutende Fabrik von Carl 
Lürssen in Delmenhorst, die sehr gut, unter Anderem auch homöopathi 
sche Korke ausgestellt hatte, lieferte im Jahre 1871 für 177 000 Rmk. 
Waaren, welche von 230 Arbeitern, wovon 200 ausserhalb der Geschäfts 
räume thätig, aus Rohstoffen von 90 000 Rmk. Werth hergestellt 
worden waren. Auch die Firma J. Wieting vertrat diesen Erwerbs 
zweig des oldenburgischen Landes mit guten Fabrikaten; im Jahre 
1871 verarbeitete sie Korkholz im Werthe von ca. 36 000 Rmk. — 
Zu einer dritten Stätte der Korkindustrie verspricht sich der Unter 
westerwaldkreis im Regierungsbezirk Wiesbaden zu entwickeln. Das 
Verdienst, dieselbe dort seit dem Jahre 1869 in Aufnahme gebracht 
und den Absatz der Fabrikate durch Begründung eines förmlichen Ge 
schäftes vermittelt zu haben, gebührt dem Pfarrer E. Voemel in Max 
sain, in Firma: Maxsainer Korkindustrie von Voemel, Meyer 
& Co. In letzterem Ort und in den umliegenden Zürbach, Freilingen, 
Höfterlingen, Weidenhahn und Düringen beschäftigten sich im Jahre 
1871 102 Männer und 51 Frauen in den eigenen Behausungen mit 
der Korkschneiderei, während 121 Männer, 59 Frauen und 25 Kinder 
nach vollendetem schulpflichtigen Alter in der Maxsainer Fabrik thätig 
waren. Die Gesammtproduction belief sich 1871 schon auf 12 Millio 
nen Korke im Werthe von 75 000 Rmk., wozu 1000 Centner Kork 
holz im Werthe von 48 000 Rmk. verarbeitet wurden. Um die Aus 
bildung der zahlreichen Arbeiter hat sich der Techniker J. Fr. Meyer 
Verdienste erworben, denen auch an dieser Stelle Anerkennung gezollt 
sei. Dem ganzen Unternehmen lag der Zweck zu Grunde, erwerblose 
Ortschaften jener Gegend zu heben. Die Resultate sind gewiss beach- 
tenswerthe. — Als Aussteller sind den Genannten noch A. Dauphin 
in Rheinbischofsheim, Baden, welcher die Korkstöpselfabrikation neben 
seiner bedeutenden Hanffabrikation betreibt, undN. Schaffer in Breslau 
anzureihen, welcher mit Erfolg Handmaschinen benutzt, mit deren 12 
und 35 Arbeitern er im Jahre 1871 1500 Centner Korkholz zu Korken, 
Korksohlen und Fabrikaten für technische Zwecke im Gesammtwertke 
von 87 000 Rmk. verarbeitete. 
Nennenswerthe Fortschritte in derAnwendung von Maschinen für 
die Korkfabrikation waren nicht zu constatiren. Nordamerika, welches 
durch zu theure Arbeitskraft zur Erfindung derartiger Maschinen ge 
zwungen worden und seinen bedeutenden Korkbedarf wesentlich mit 
ihrem Fabrikate deckt, hatte freilich nicht ausgestellt. 
Wiener Weltausstellung. III. 2. 
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