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Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

VII. Die Korbflecliterarbeiten. 
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penhagen aus geschälten Weidenruthen geflochtenen Lehnsessel, der, 
so einfach und billig er war, durch stilvolle Verwendung des Materials, 
correct umflochtene Verbindungen und schönen Schwung in den Linien 
alle ähnlichen Arbeiten übertraf. 
Italien hatte mantuanische Korbwaaren, venetianische Matten 
und mancherlei andere durch gefälliges Flechtwerk und saubere Be 
handlung des Stoffes bemerkenswerthe Gebrauchswaare ausgestellt. 
Das Schönste waren die mit zierlichem Netzwerk aus „söla“ überspon- 
nenen „Fiaschetti“ für Olivenöl und Wein, welche Ranieri Nardi 
aus Montelupo im Florentinischen eingesandt hatte. 
Das Wenige, was von hierher Gehörigem die Niederlande und 
die Schweiz ausgestellt hatte, gibt zu näherer Erwähnung keinen 
Anlass. 
Brasilien hatte wasserdichte Körbe aus dem Bast einer Palmen 
art; Britisch Indien mancherlei hübsch geflochtene Körbchen und 
Fächer; Holland aus seinen ostasiatischen Besitzungen herrlich ge 
musterte Matten und Decken; die Türkei aus spanischem Rohr sehr 
leicht geflochtene Käppchen, bei grosser Hitze unter dem Fez zu tra 
gen, ausgestellt, — alle diese Arbeiten fallen aber in das Gebiet der 
nationalen Hausindustrie und sind auch vielmehr Erzeugnisse der Tex 
tilindustrie, als dass sie im Zusammenhang mit der Holzindustrie zu 
behandeln wären. Nur der vortrefflichen Korbwaaren Japans ist hier 
noch näher zu gedenken. 
Die von den Japanern zu Korbwaaren verarbeiteten Flechtstoffe 
sind ausserordentlich mannichfaltige. Riedgras und Binsen werden zu 
Hüten verarbeitet, welche schon ziemlich allgemein in Japan eingeführt 
sind; Weidenruthen und Ruthen einer Eibischart (Hybiscus syriacus) 
zu Tornistern und Koffern; der Bast mehrerer Schlingpflanzen, dar 
unter einer Wisteria, zu vielerlei kleinem Geräth und zu Matten. Aus 
Cycaswedeln werden Körbchen geflochten, die, innen gefüttert oder 
gefirnisst, zur Bewahrung der Holzkohlen für die kleinen tragbaren 
Stubenherde dienen. Die hauptsächlichen Flechtstoffe bleiben aber 
doch das Bambusrohr und das spanische Rohr; ersteres wiegt bei den 
für den europäischen Markt hergestellten Arbeiten vor, letzteres wird 
mit unübertrefflicher Zartheit zu den für eigenen Bedarf bestimmten 
Gegenständen verarbeitet. Eine künstlich bunte Färbung der Flecht 
stoffe haben wir nirgends beobachtet, doch pflegt man wohl der Bam 
busrinde durch Räucherung einen warmen braunen Ton zu geben, ähn 
lich dem der bekannten geräucherten Rohrstöcke. Die japanischen 
Bambuskörbchen sind seit einigen Jahren bei uns eingeführt; obwohl 
einige deutsche Korbflechter sie nachzuahmen begonnen haben, wird 
ihre erstaunliche Billigkeit ihnen wohl noch lange den Absatz bei uns
	        
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