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Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

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Gruppe VIII. Holz-Industrie. 
Birnholz bei Roudillon, ein anderer mit Bronzebesehlag bei Gueret 
freres), desgleichen für elegante Toiletten und Kleiderschränke (Fr an- 
gois Goekler, Heal & Son, Thujaschrank bei Jackson &Graham), 
für Bücherschränke (H. C. Wolbrandt in Hamburg, J. G. Stettner 
in Nürnberg, Franz Grub er in Wien), für Waffenschränke (Mum- 
precht, Irmler, Lemoine). 
Die Credenzen, Sideboards, Buffets, waren äusserst zahl 
reich in der Ausstellung vertreten, vorwiegend jedoch nur in der 
österreichischen und deutschen Abtheilung, während Engländer und 
Franzosen zusammen deren nicht mehr als fünf oder sechs aufzuweisen 
hatten. Auf äusserst mannigfaltige Art hatten die Aussteller den drei 
Bedürfnissen gerecht zu werden gesucht, welchen die modernen Cre 
denzen dem heutigen Brauche gemäss durch ihre drei wesentlichen 
Theile: Schrank, tischähnliche Platte und Börter oder Consolen, zu 
dienen bestimmt sind. Trotzdem vermöchten wir nicht eine wirklich 
mustergiltige Lösung dieser dreifachen Aufgabe zu bezeichnen. Mei 
stens war nach der einen oder anderen Seite hin zu viel oder zu wenig 
geschehen. 
Bald verleugnete der Obertheil seine Bestimmung als Gerüst zum 
Tragen des Schaugeräthes, indem er als allseitig geschlossener Schrank 
gebildet war, der auf Consolen oder figürlichen Trägern weit über die 
Platte vorragte und so die Benutzung dieser äusserst beengte, wie 
z. B. bei der Credenz von Samuel Kramer in Pest. Bald waren bei 
gelungener Bildung von Unterschrank und zweckmässiger Anordnung 
der Platte die Cons.olen und Börter vernachlässigt, entweder figürlichen 
Darstellungen zu Liebe, wie bei dem oft erwähnten Buffet von Gueret 
freres, wo ein Belief, und bei demjenigen von Leo Meyer (Dresden), 
wo zwei holzgeschnitzte Pagen von beträchtlicher Grösse die Bildung 
der Börter verkümmerten, oder zu Gunsten eines den mittleren Theil 
der Rückwand füllenden grossen Spiegels, wie bei dem Buffet Louis XIII. 
von Snyers-Rang & Co. in der belgischen Abtheilung, bei demjeni 
gen von 0. Pohl in Berlin und bei einem dritten von Jackson & 
Graham nach Zeichnung von E. Prignot. Die verhältnissmässig 
besten Lösungen dieser schwierigen Aufgabe bot die deutsche Abthei 
lung. Als die besseren nennen wir diejenigen von F. Wirth’s Söhne 
in Stuttgart, A. Türpe in Dresden, J. Heigl in München, Stöve- 
sandt & Kolmar in Karlsruhe, Joh. Heiniger in Mainz, Degel- 
beck in Nürnberg, welche ebenso viele besondere Lösungen gefunden, 
wie sie Credenzen ausgestellt hatten. Eine gewisse Unklarheit war 
bei vielen dieser Versuche bemerklich, manche Missgriffe in Einzeln- 
heiten werden später erwähnt werden, im Ganzen ist aber schon hier 
zu bemerken, dass die lange Zeit landläufige dürftige Bildung der Con- 
solbretter an der Rückwand in Abnahme kommt, vielmehr diese Seite 
des Möbels mit Entschiedenheit betont wird. In diesem Streben wird
	        
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