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Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

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Gruppe VIII. Holz-Industrie. 
Füsse herab - Mit demselben Stoff ist der ausschliesslich aus Pol 
stern und Kissen zusammengesetzte Divan bezogen: niedriger sehr 
tiefer Sitz, von dem vorn und an den Seiten die Fransen bis auf den 
Boden herabhängen, hinten an der Wand fünf grosse Kissen von 
quadratischer Form, davor eine Rückenrolle in der ganzen Breite 
jederseits grosse und schwere Rollenpolster als Lehnen. Alles bequem’ 
und gediegen, doch stimmt das Roth des Tischbezuges schlecht zu dem 
Roth der Polster, deren Stoff mit dem breiten Streifenmuster auch 
nicht glücklich an ähnliche westeuropäische Muster erinnert. 
Vollendete Harmonie in allen Stücken, dft zur Einrichtung eines 
Speisezimmers gehören, überraschte gleich beim ersten Blick in das 
nachsthegende Gemach. Den Grundton der Farbenstimmung bildet 
das warme Braun des gebeizten Eichenholzes, aus dem die Möbel, die 
huren mit ihrer Umrahmung und die mit den Wänden fest verbun 
denen Borter gearbeitet sind. Ein gleichmässig dunkelrother Tepfich 
uberzieht den Boden. Kacheln mit blauweisser Glasur bedecken die 
Vande - allerdings nicht in natura, sondern mit Rücksicht auf das 
rovisorische der Anlage nur als Tapetenmuster. Von der Balkendecke 
herab hängt über der Mitte des Tisches ein vielarmiger Kronleuchter 
aus weissem Metall. Der mächtige Kachelofen in der Ecke mit dem 
kaminartig erweiterten Feuerloch zeigt auf zartgrauem Grunde vertieft 
umnssenes leicht erhabenes Flachornament in wenigen kräftigen Far- 
ben. Auf der entgegengesetzten Schmalseite des Saales steht'zwischen 
zwei I hüren das grosse Büffet mit hohem, schrankförmigem Aufsatz 
ans dem Silbergerath hervorglänzt. Ueber den Thürstürzen Böfter 
auf denen bnntglasirte Schüsseln mit der Fläche nach vorn geneigt 
an wagerechten Stäben lehnen. Sämmtliche Holzmöbel sind Meister 
stücke folgerichtiger Construction. Die Sessel ähnlich denen des 
Empfangssaales, doch mit niedriger Lehne und braunem, mit versilber 
ten Knöpfen angeheftetem Lederbezug. Auch der Tisch gleicht dem 
beschriebenen, doch ist seine Platte ganz aus Holz. Das schrankförmige 
Buffet zeigt energische Formen. Vor den Lisenen zwischen Sockel 
und Kranz starke candelaberförmige Bindeglieder, deren Profil die 
formgebende Wirkung der Drehbank zur Schau trägt; die grösseren 
(Dieder dieser Candelaber sind mit vertieften bald senkrechten, bald 
schräglaufenden Canneluren, die schmäleren mit wagerechten Rillen 
verziert: einfache aus der Natur des Holzes entwickelte Motive, die 
durch kräftigen scharfen Schattenwurf sehr belebend wirken. Dem 
entsprechend kräftig ist auch das Gesims gebildet. Ueber die .Rah 
men der Thüren verästeln sich breite versilberte Angelbänder, ähn 
lich wie wir an den gothischen Schränken diese Theile behandelt 
sehen. Die Füllung der Thüren besteht aus Glas; durch gut entwickel 
tes Sprossenwerk ist das allzu Moderne dieses Stoffes bezwungen. 
Noch interessanter als dieses Zimmer war das anstossende Schlaf-
	        
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