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Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

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Gruppe VIII. Holz - Industrie. 
noch Vieles zu wünschen übrig liess. Schon die Zerlegung der Platte 
in acht um ein kleines achtseitiges Mittelfeld geordnete trapezförmige 
Felder, deren jedes mit einem selbstständigen Groteskornament bedeckt 
ist, das nur aus Füllung ohne Umrahmung besteht, ist keine glückliche 
zu nennen und die Composition der einzelnen Füllungen scheint zu 
verrathen, dass sie ursprünglich für ein rechteckiges Feld gedient haben 
und durch Auseinanderzerrung und etliche Zuthaten nicht ohne Gewalt 
samkeit in die Trapezform gebracht sind. Daran, die Groteske annä 
hernd als Flachornament zu behandeln, ist gar nicht gedacht; alle ihre 
Theile sind in deutliche Rundung gebracht, wie bei einer gemalten 
Wandverzierung; sogar die Andeutung von Stuckreliefs, wie sie für 
letzteren Zweck mit der Frescomalerei verbunden Vorkommen, wird uns 
nicht erspart. Im Uebrigen ist den acht, dasselbe Motiv in gefälliger 
Abwechselung wiederholenden Füllungen anmuthiges Detail ebenso 
wenig abzusprechen, wie geschmackvolle Verwendung der künstlich 
buntgefärbten Hölzer. Barni’s Tischplatte stand immerhin hoch über 
den in nicht geringer Zahl vorhandenen ähnlichen Arbeiten, von denen 
wir gleich hier die auffälligeren aus anderen Theilen Italiens erwähnen. 
Francesco Grandi aus Cagliari hatte Staunenswerthen Fleiss darauf 
verwendet, die Geschichte des Columbus vorzustellen, ohne weder in der 
Farbenwahl noch in der Zeichnung von Figuren und Ornamenten im 
Mindesten Anmuthendes zu schaffen, von der Unziemlichkeit seiner Gom- 
position für eine Tischplatte zu geschweigen. Francesco Pucci aus 
Cagli (Pesaro) hatte gleichfalls auf einer Tischplatte noch weit übler 
mit allerlei Gevögel, Meergethier und Blumen gewirthschaftet und 
konnte nicht einmal wie der Vorgenannte fleissige Ausführung für sich 
in Anspruch nehmen. Alle Arbeiten dieser Art, deren Gesammt- 
eindruck auch durch die keiner namentlichen Aufführung werthen 
Holzintarsien einiger Florentiner nicht verbessert wurde, konnten keine 
hohe Meinung von dem Stande dieser Technik in Italien erwecken. 
Was correete Ausführung und stilistisches Verständniss betrifft, steht 
sie dort tiefer als in Frankreich und England. Das Gebotene zeugt 
aber immerhin davon, dass auch in dieser Richtung die Anfänge des 
Gedeihens gegeben sind und nur derjenigen Förderung harren, welche 
ihnen durch gute Fachschulen werden kann, sobald es diesen gelingt, 
in den einzelnen Arbeitern die Sucht, etwas von Anderen nicht Erreich 
tes, Stupendes zu leisten, durch die Erkenntniss der Grenzen und der 
stilistischen Eigenart ihrer Technik zu sänftigen. 
Dass es wenigstens mit der Elfenbein-Ebenholz - Intarsia besser 
steht, sehen wir an den Arbeiten des Römers Giov. Battista Gatti, 
der von allen italienischen Vertretern dieser Technik den höchsten Preis, 
das Ehrendiplom, errang. Neues freilich bot auch er nicht, seine 
Tischplatten, Rahmen, Cassetten und Schränkchen („stipetti“) bewiesen 
aber, dass er sich auf der achtungswertheu Höhe erhalten hat, die ihm
	        
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