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Full text : Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

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I.  Die  Erzeugnisse  der  Möbeltischlerei  etc.
berto  in  Salerno  ausgestellte  Platte,  auf  der  ein  Hund  aus  25  190
Holzstiften  gleichwie  eben  so  vielen  Nadelstichen  zusammengesetzt  war.
Ein  trauriges  Bravourstück  für  ein  Waisenhaus,  dem  es  besser  anstände,
den  irregeleiteten  Geschmack,  der  jetzt  jene  Industrie  beherrscht,  auf
einen  guten  Weg  zu  leiten,  der  ihr  dauernden  Bestand  zu  sichern  vermöchte. ­

Spanien.  Weniges  und  wenig  Bedeutendes  hatte  Spanien  nach
Wien  gesandt,  als  grösstes  Stück  ein  Eichenholzbüffet  der  Brüder
Forzano  in  Madrid:  ein  mit  plastischem  Zierrath  seltsam  überladenes
Möbel  von  plumpen  Verhältnissen,  doch  nicht  ohne  Verdienst  durch
die  sehr  realistische  aber  ausserordentlich  kraftvolle  Behandlung  der
Schnitzarbeit.  In  den  vier  Feldern  des  schrankförmigen  Unterbaues
Trophäen  der  Gärtnerei,  des  Ackerbaues,  der  Obstzucht  und  der  Jagd:
Alles,  als  hinge  es  wirklich  da,  das  Geräth  ragt  über  die  Füllungsrahmen
  hinaus,  Obst  und  Trauben  von  strotzender  Fülle  quillen  weit
vor  aus  den  Bildflächen.  Darüber  unter  dem  einzigen  Bort  ein  Fries,
auf  dem  nackte  Knaben  im  Schilfe  Enten  jagen  —  auch  diese  springen
in  nahezu  völliger  Rundung  vor.  Daneben  schwere  Trophäen  von
Federwild,  dem  nur  die  Farbe  fehlt,  um  der  Wirklichkeit  zu  gleichen.
So  geht  es  crescendo  weiter  bis  hinauf  zu  dem  gebrochenen  Giebel,
in  dessen  Mitte  eine  mit  allerlei  Speisen  gefüllte  Vase  steht,  auf  der
ein  leibhaftiger  Kater  eben  einen  Fisch  verspeist!
Von  denselben  Ausstellern  war  noch  eine  geschnitzte  Wiege  zu
sehen,  anscheinend  einem  Original  des  vorigen  Jahrhunderts  nachgebildet ­
  und  durch  die  jüngste  Umwälzung  in  Spanien  ihrer  Bestimmung
für  einen  königlichen  Sprössling  entzogen.  Das  muschelförmige  Bettchen
  ruht  auf  einem  senkrechten  Cylinder,  der  eine  die  Schwankungen
vermittelnde  Spirale  birgt.  Zu  Füssen  sitzt  ein  völlig  rund  gearbeitetes ­
  Knäbchen,  das  auf  der  Laute  spielt,  während  ein  anderes  am  Kopfende ­
  aufrecht  steht  und  den  Finger  Schweigen  gebietend  auf  den  Mund
legt.  Muschel  und  Untersatz  mit  Schnörkeln,  Wolken,  Trauben  und
Blumen  im  Stil  des  Rococo,  nicht  ohne  Geschick,  verziert.  Das  Alles
mit  bunten  hellen  Farben  bemalt  und  lackirt,  doch  in  leidlicher,  dem
Stile  schicklich  sich  fügender  Verbindung.
Die  übrigen  Aussteller  boten,  abgesehen  von  dem  schon  gewürdigten ­
  Martin  in  Granada,  nichts,  was  vier  Erwähnung  bedürfte.
Portugal.  Wir  würden  uns  nicht  veranlasst  fühlen,  in  diesem
Zusammenhang  auch  Portugals  zu  erwähnen,  wenn  nicht  ein  anderes
Mitglied  der  Jury  für  die  VIII.  Gruppe,  Herr  J.  Tasson  fils,  in  seinem ­
  an  die  belgische  Regierung  erstatteten  Bericht*)  sich  über  die
Exposition  universelle  de  Vienne  en  1873.  Rapport  sur  les  produits
du  VIHe  groupe:  Bois  ouvrds.  Bruxelles,  E.  Guyot,  1873.
            
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