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Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

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Gruppe VlII. Holz - Industrie. 
ausschliesslich aus Nussholz gearbeitete Buffet. Dasselbe liess bei seiner 
Grosse und Massigkeit eine kräftige architektonische Betonung der 
Hauptgheder sehr, vermissen, so dass Jacob Falke dasselbe als 
ein Beispiel für die von ihm wahrgenommene Abschwächung der 
Profile und Abmagerung der Glieder an den französischen Möbeln, 
verglichen mit denen des Jahres 1867, aufführen konnte. — Ein drit 
tes Hauptstück war ein im Stile Ludwig XIV. ausgeführter niedriger 
Schrank. Dessen Postament und Kasten war aus kleinen Stücken der 
unter dem Namen Violettholz im Handel befindlichen regelmässig ge 
streiften Art Palisanderholz sorgfältig gefügt, während einzelne Glie 
der, insbesondere die Rahmenleisten aus einfarbig dunklem Palisander 
bestanden. Den plastischen Schmuck bildete ausschliesslich Bronze in 
verschiedenen Farben, wobei eine helle, nicht zu glänzende Messing- 
iarbe in den Ornamenten vorherrschte. 
Das vom Architekten Charles Rossigneux im Stile Louis XIII. 
entworfene Cabinet war unbedingt das prachtvollste und zugleich 
eines der schönsten der in der VIII. Gruppe ausgestellten Möbel. Auf 
einem Körper von Ebenholz sind an ihm alle nietallotechnischen Künste 
entfaltet, die das Haus Christofle & Co. (seit 1863 Paul Chri 
st ofle und Henri Bouillet), für das europäische Kunstgewerbe 
wiedererobert hat: Zellenschmelz, auf galvanoplastischem Wege her 
gestellte Einlage von Metallen in Metall, damasquinage galmnique par 
incrustahon, gdlvanoplastie massive, Niederschlag von rothem und grü 
nem Golde, von Metallmischungen, deren braune, rothe, schwarze Töne 
an die Färbung der schönsten altjapanischen Bronzen erinnern Die 
unvergleichlichen Verdienste Christofle’s in dieser Hinsicht finden 
an anderer Stelle dieser Berichte ihre eingehende Würdigung, hier 
rändelt es sich nur um seine Leistungen im Dienste der Möbelindu 
strie, die ihm zunächst jene bekannte ältere Erfindung der qalvano- 
piashe massive verdankt, ein Verfahren, welches den auf galvanoplasti 
schem W ege geformten Gegenständen die volle Solidität und das Aus 
sehen des bestciselirten Gusses zu geben gestattete, und damit der 
Herstellung von metallbeschlagenen Möbeln das weiteste Feld eröffnete. 
I as Möbel, mit dem wir uns hier zu beschäftigen haben, wiederholt 
m kleinerem Maassstabe, mit nur zwei Stützen (Säulen) und einem 
Schrank, das Schema des Fourdinois’schen Cabinets. Alle structiven 
1 heile, mit Ausnahme der Capitäle, sind mit einer der hohen Kostbar 
keit des Stückes angemessenen Präcision aus Ebenholz gearbeitet Die 
Blattverzierungen an den kräftig entwickelten Füssen unter der unte 
ren Platte, die Cannelüren der beiden Säulen, dieser Capitäle, die Fül 
lungen des Getäfels an der unteren Rückwand, die Seitenwände des 
Schrankes, seine.Thür, die Pilasterfüllungen jederseits derselben, der 
Ines darüber, die Felder im gebrochenen Giebel und die krönende 
Vase, alles das prangt in den mannigfachsten, reizendsten Tönen der
	        
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