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Gruppe VIII. Holz - Industrie.
einer vollständigen Zimmereinrichtung, die freilich alles eher als „bürgerlich“,
aber ein hoch interessanter Beleg dafür war, wie der scheinbar
ungünstigste, beschränkteste Raum anmuthend und harmonisch eingerichtetwerdenkann.
Penon hatte einen länglichen Raum, dessen Langseite
etwa das Dreifache der Schmalseite beträgt, als Empfangszimmer
eingerichtet, in dessen einer Ecke eine kleine Schreibstube zeltartig
abgetheilt, in der anderen Ecke eine kleine gewundene Treppe als Aufgang
zu einem anstossend gedachten Schlafzimmer angebracht. Das
schwere, in grossen, rebendurchflochtenen Ranken durchbrochen aus
Eichenholz geschnitzte Geländer dieser Treppe steigt in der Ecke, die
dem Beschauer zur Rechten, in schräger Richtung nach links'zu der in
der Hinterwand angebrachten eichenen Thür empor. Seine Schwingung
bezeichnet zugleich den Grundriss eines aus grossen, seidenbezogenen
Kissen zusammengesetzten halbrunden Divans, welcher an der Hinterwand
entlang bis zu dem kreisrunden, etwas erhöheten, Schreibzelt in der
Ecke zur Linken sich hinzieht. Dieses Zelt ist oben und seitlich durch
schwere Draperien von dem übrigen Raume abgetheilt. Zwei grosse
Vasen aus goldigbraunem Alabaster stehen jederseits der Stufen, die zu
ihm hinaufführen; die Möbel im Innern sind in den besten Formen
Louis XVI. aus Lindenholz fein geschnitzt, dessen Naturfarbe zu der
Wandbekleidung von lichtblauer Seide und der aus blauem Flor gefälteten
Zeltdecke köstlich stimmt. Aussen wird das Zeltdach rings
von durchbrochenem Holzwerk getragen, von dem violett schimmernde,
weiss gestickte und mit zartgelbem Knoten- und Quastenwerk behängene
Seidendraperien herabwallen. Ein runder Tisch mit rother
Sammetdecke und einige zierliche Phantasiestühle vor dem Divan vervollständigen
die Einrichtung. Wand und Decke des kleinen Gemaches
sind mit gelber Seide bespannt, auf welcher grosses Baum- und
Blätterwerk, nach japanischer Art naturalistisch gezeichnet, und mit
den natürlichen Farben in Applicationsarbeit angebracht ist; diese
Darstellungen schmiegen sich mit anmuthiger Phantastik den Formen
des Gemaches an, und umgehen die kleine, wohlige, behagliche Wohnstätte
mit dem Zauber einer von der sinkenden Sonne durchstrahlten
Tropenlandschaft. Stil- und regelrecht ist das Alles freilich nicht;
möge im Einzelnen tadeln wer Lust hat, das Gemach Henri Penon’s
war als Ganzes genommen doch eine künstlerisch decorative Leistung
hohen Ranges, von der nur zu wünschen wäre, dass sie als solche nicht
ohne anregenden Einfluss auf unsere deutschen Decorateure bliebe.
Als einziger Aussteller von fabrikmässig hergestellten Gebrauchsmöbeln,
praktischen Klappstühlen, wurde Petrus Vanloo (Paris, rue
Sedaine 17) mit der Fortschrittsmedaille ausgezeichnet. Das von Vanloo
vor wenigen Jahren ersonnene und demselben mehrfach patentirte
Schema der „chaise articulee“ ist das folgende: Jeder Hinterstollen
besteht aus zwei gleich langen Stücken, die durch ein Doppelgelenk