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Gruppe X. Kurzwaaren.
verdienen in der That als in jeder Beziehung vollendet bezeichnet zu
werden. Es war dem Beurtheiler schwer, zu entscheiden, welcher Art
der verschiedenen Techniken er an diesen Arbeiten den Vorzug geben
sollte. Die Ciselirung war bei den meisten Stücken kunstvoll zu nennen,
die Vergoldung voll Feuer und die Bronzirung unstreitig die beste
und schönste in der ganzen Ausstellung. Ganz neu und besonders
gelungen schien die etwas lichtbraune Bronze, bei welcher die oberen
Flächen in Gold erschienen, was namentlich bei Figuren besondere
Wirkung hervorbringt. Auch die getriebenen Arbeiten (Vasen und
Leuchter) waren vollendete Kunstwerke, ebenso ein Schmuckkästchen
und eine Tasse, bei welchen die sehr feinen Reliefs mit Gold und Silber
aufgelegt waren. Der figürliche Theil aller aus diesem Etablissement
hervorgegangenen Gegenstände war in jeder Beziehung edel zu nennen;
die Lüstres waren mit Bronze und Email reich geschmückt und geschmackvoll
verziert.
für die Firma F. Barbedienne & Co. in Paris, der würdigsten
Repräsentantin der nunmehr 300 Jahre alten Bronzeindustrie Frankreichs,
hat auch die Jury der Gruppe X. einstimmig die Ertheilung
eines Ehrendiploms beantragt.
Das zweite Ehrendiplom der Gruppe X. wurde in gleich übereinstimmender
Weise der Firma Christofle & Co. in Paris zuerkannt.
Diese allbekannte Firma, wenn auch strenge genommen nicht in die
Kategorie der Bronzeaussteller gehörig, da sie neben der schon seit
200 Jahren von der Firma Christofle gepflegten Gold- und Silberschmiedkunst,
vorwiegend galvanisch versilberte Tafelgeräthe cultivirt,
hatte sich doch nebenbei mit der Erzeugung ganz vorzüglicher Bronzearbeiten
beschäftigt. Wenn dieselbe für die Wiener Weltausstellung
auch keinen Tafelaufsatz in dem Umfang wie jenen für die Stadt Paris
lieferte, welcher auf der letzten Pariser Ausstellung gerechtes Aufsehen
ei regte, so führte sie doch eine ganze Reihe von Prachtstücken vor,
welche Zeugniss geben von dem rastlosen Vorwärtsschreiten auf der
ruhmvoll betretenen Bahn. In besonderem Grade erregten die mit
Gold und Silber eingelegten Gegenstände die allgemeine Bewunderung.
Diese Arbeiten sind durch Einschaltung von Gold- und Silberlinien und
Ornamente auf galvanischem Wege hergestellt und können durch dieses
Verfahren billiger als durch das übliche Tauschiren hergestellt werden.
Im Gegensätze zu Barbedienne finden wir hier eine viel
leicheie Farbenzusammenstellung an den verschiedenen Gegenständen,
welche oft in Gold, Grüngold und Silber, oder Kupferbraun, Gold und
Silber erscheinen. Was die Gussbronzen betrifft, so sind dieselben
durchgängig ausserordentlich gut ciselirt ausgeführt. Dem verstorbenen
Chef des Hauses Carl Christofle gebührt das grosse Verdienst,
das Vergoldungs- und das elektrochemische Versilberungsverfahren in
Frankreich eingeführt zu haben und hierdurch der eigentliche Schöpfer