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Gruppe X. Kurzwaaren.
vorzunehmen, um im Falle des Gelingens diese alte Kunst, welche in
Frankreich und Spanien früher mit so vielem Erfolge geübt wurde,
auch bei uns einzuführen, wie es beröits Barhediennö in Paris mit
Glück versucht hat.
Wie wir schon Eingangs anerkennen mussten, war es nur die Ab
sicht der Unternehmer, diese Fabrikation zur Hebung des Kunst
geschmackes und nicht als einen Erwerbszweig zu üben. Die ersten
Jahre erheischten auch grössere Geldopfer, denn das Publicum, mit
derartigen Kunstwerken beinahe völlig unbekannt, nahm die Arbeiten
mit grossem Wohlwollen und Interesse auf, ohne indessen viel davon
zu kaufen.
Die Preise, welche zum Theil nur die Hälfte, zum Theil 2 / s der
von Barbedienne in Paris betragen, erschienen anfänglich zu hoch;
jetzt hat sich das Publicum mehr an die Preise von Kunsterzeugnissen
gewöhnt und so deckt, wie wir hören, jetzt die Fabrikation die Aus
lagen.
Die Ertheilung eines Ehrendiploms war die gebührende Anerken
nung durch die Jury für die verdienstvolle^ Bestrebungen der Firma
Ravene & Sussmann.
Wir haben von deutschen Ausstellern in dieser Abtheilung ferner
hervorzuheben: Die Beleuchtungsgegenstände , welche das Mainzer
Gusswerk für Gasapparate, die Actiengesellschaft fürBronze-
waaren undZinkguss, sowie J. G. Spinn&Sohn und dieBerliner
Actiengesellschaft für Centralheizungs-, Wasser -und Gasan
lagen, vormals Schaffer & Walker in Berlin, in grosser Auswahl zur
Ausstellung gebracht hatten. Wenn dieselben auch den englischen Arbei
ten nicht ganz gleich kamen, so verdienen sie doch als gute und prak
tische Arbeiten anerkannt zu werden.
J. Herzuer in München lieferte gut modellirte und durchgeführte
Bronzegruppen, desgleichen R. Stähle daselbst Kirchenarbeiten; Louis
Röhle aus Dresden führte Fenster- und Thürbeschläge vor, welche
sich hauptsächlich durch. Billigkeit auszeichneten.
Ehe wir unsere Mittheilungen über die Bronzen schliessen, können
wir nicht umhin, noch einen Blick auf die Leistungen von China lind
von Japan zu werfen, obgleich in dem Bericht über die Metallindustrie '
auch schon dieser beiden Länder gebührend gedacht ist.
In umfangreicherem Maasse als auf einer der vorhergehenden
Weltausstellungen hatte Japan den Reichthum seiner interessanten,
kunstvoll gearbeiteten Metallwaaren auf der Wiener Ausstellung zur
Schau gebracht; die Fabrikanten in Yeddo und Nagasaki schienen
diesmal den Europäern ein umfassendes Bild von ihrer Production
geben zu wollen und würden schon deshalb unsere volle Anerkennung
verdienen. Aber mehr noch als die Quantität verdient die Qualität