616 Gruppe X. Kurzwaaren.
Ausser den Legirungen von Kupfer und Zinn mit geringen Zu
sätzen von Zink, Blei, Eisen etc., ist in Japan ferner eine Verschmelzung
von 1 bis 10 Procent Gold mit reinem Kupfer gebräuchlich; auch wird
dort häufig reines Kupfer mit 20 bis 30 Procent Silber legirt.
Die vorzüglichen Leistungen hinsichtlich solcher Legirungen, die
grossen Vollkommenheiten der japanesischen Bronzen in Zellenemail
wie in Silbertauschirungen vereint mit den übrigen rülimenswerthen
Ausführungen bestimmte die Jury der Gruppe X. für das Centralbureau
füv das Ausstellungsweseu von Japan in Tokio das Ehrendiplom zu
beantragen, welches demselben in weiterer fierücksichtigung seiner
Verdienste um die Fabrikation von Lackwaaren ebenso verdientermaas-
sen geworden ist.
2. Schleiferei und Schnitzerei.
Als Material zu den in diese Abtheilung eingereiheten Schmuck
sachen und Ziergegenständen wird vorzugsweise Elfenbein, Bein, Horn,
Schildpatt, Bernstein, Meerschaum und Gagat verwendet.
Ehe wir diese Fabrikate näher besprechen, gestatten wir uns
einige Bemerkungen über die einzelnen Rohmaterialien vorauszuschicken.
Das eigentliche Elfenbein liefern nur die Stosszähne der afrikani
schen und indischen Elephanten und auch letzteres kommt nur in ge
ringer Quantität auf den europäischen Markt. In Grossbritannien
betrug in den letzten Jahren das Quantum der durchschnittlichen Jahres
einfuhr ungefähr 1 200 000 Pfund Elfenbein; ausserdem weisen aber
auch noch andere europäische Häfen, vorzugsweise Hamburg, namhaft
direete Einfuhren aus den Erzeugungsländern auf.
Bei Verarbeitung des Elfenbeins unterscheidet man weiches und
hartes Elfenbein. Das weiche, auch todtes oder Milchbein genannt,
kommt in schönster Qualität vom Osten Afrikas und eignet sich beson
ders gut zur Anfertigung von glatten polirten Gegenständen; das harte,
auch lebendes, transparentes oder Glasbein genannt, kommt ausschliess
lich von der Westküste und wird hauptsächlich für gravirte, geschnitzte
und ähnliche Arbeiten verwendet.
In Russland und besonders in Sibirien finden sich, theils unter
der Ei-doberfläche, theils im ewigen Eise eingeschlossen, die Zähne des
Mammuths noch immer in grosser Menge, die in Moskau fortwährend
gehandelt werden und auch in London an den Markt kommen. Noch
im Jahre 1872 wurden in London 34 000 Pfund solcher Zähne vei*-
kauft. Ein kleiner Theil derselben hatte sich im Eise ganz unversehrt
erhalten und brachte gleich hohe Preise wie frische Elephantenzähne.
Der bei weitem grössere Theil trug jedoch Spuren des hohen Alters und
hatte einen viel geringeren Werth.