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I. Kunstgewerbe.
Diesen Artikel, Meerschaummasse, fanden wir ausser Oesterreich-Ungarn
in keinem anderen Lande vertreten; dasselbe gilt auch von
Weichselholz und Rohren aus Weichselholz, die von den Firmen Hermann
Kemperling in Wien, Josef Trenner iniBaden undAlois
Ernhoffer in Pressburg in hervorragender Weise repräsentirt worden
sind. Ungarn hatte wohl eine Anzahl Aussteller von Schemmtzer
Thonpfeifen gesandt, doch da dies speciell nur ein Artikel ist, dessen
Absatz sich nicht weit über die Grenzen seines Vaterlandes erstreckt,
so dürfte es wohl auch nicht unsere Sache sein , uns lange dabei au -
zuhalten. _ .
Auch in Elfenbein- und Perlmutter-Galanterie-Gegenständen sahen
wir gute Leistungen von Wiener Arbeitern; an der Spitze derselben
stand die reiche Collection von Elfenbein-Galanterie-Gegenständen, wie
Spiegel, Cassetten etc., von M. E r d ö d y in Wien; auch erwähnen wir hier
noch als eine Specialität die Ausstellung von D. Mur alt in Wien welche
eine sehr reichhaltige Collection von Schmuck- und Nippsachen, aus
diversen Seemuscheln und Korallen gefertigt, enthielt.
Die Elfenbeinschnitzerei (Tabletteriewaaren-Fabnkation), welche in
Frankreich einen so hohen Grad von Vollkommenheit erreicht hat, war
in Wien leider nicht entsprechend vertreten. Diese Fabrikation vertheilt
sich in Frankreich auf Paris und Dieppe. In Paris beschäftigt
sie gegen 2000 Arbeitei- in circa 300 Fabriken mit einem jahrlicl en
Umsätze von ungefähr 15 Millionen Francs. Für Dieppe ist diese
Fabrikation von nicht geringerer Bedeutung, doch hatten sich c ie
dortigen Fabrikanten weder bei der letzten Pariser Weltausstellung
noch in Wien veranlasst gesehen, ihre Leistungen auszustellen.
Von den erschienenen Fabrikanten in Elfenbein-Galanteriewaaren
erwähnen wir hier Loonen, sowie L. H. C an eile in Paris, Ersterer
auch mit einer reichen Collection ganz vorzüglicher Zahn-, Nagel- und
anderer Bürsten, Letzterer mit einer prachtvollen Pendule im Stil Ludwig’s
XVI. C. V. Mercier in Paris hatte Schnupfdosen von bchildkrot
von ausgezeichneter Qualität ausgestellt; Turbot & Mayer und
II. Jacobi in Paris brachten Sehildkrotschmuck mit und ohne Goldeinlagen,
und andere Articles de Paris von tadelloser Arbeit. I>er einzige
französische Aussteller von combinirten Meerschaum- und Bernsteinwaaren
war L. Goetsch in Paris, ohne dass sich seine Fabrikate
jedoch hätten weit über das Niveau der Mittelmässigkeit erheben onnen,
wogegen Mazoyer Fils & Poindron in Paris durch ihre reichhaltige
Ausstellung von Rosenkränzen und anderen Gegenständen für
religiöse Zwecke verdiente Anerkennung gefunden haben. A. Latry
in Paris, der aus einer Composition von Sägespänen, Blut etc., dem
sogenannten Bois duroi, gepresste Gegenstände aller Art, Bücherdeckel,
Cassetten, Schalen und ähnliche Galanteriegegenstände fertigt, hatte