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MAK

Full text : Kurzwaaren, Wiener Weltausstellung Heft 19

629

I.  Kunstgewerbe.
Zweigen  wird  als  der  am  wenigsten  feine  betrachtet  und  führt  den
Namen  seshime-iirusM;  er  ist  dickflüssiger  als  der  andere,  hat  aber
die  Eigenschaft,  ausserordentlich  hart  und  dauerhaft  zu  sein  und  wird
zur  Präparation  der  zu  lackirenden  Flächen  und  zifm  Fertigmachen
der  schwarz  lackirten  Gegenstände  gebraucht.
Aus  dem  Haya-iirusJii  werden  nun  je  nach  der  Qualität  u.  s.  w.
verschiedene  Sorten  bereitet.  Lässt  man  ihn  eine  Zeitlang  stehen,  so
setzt  sich  der  Schmutz  etc.  zu  Boden  und  die  obere  Hälfte  bildet  eine
reinere,  dünnflüssigere  Materie,  als  die  untere.  Man  nimmt  den  oberen
guten  Lack  ab;  er  führt  nun  den  Namen  Nashyi  urushi,  weil  er  beim
Trocknen  eine  schöne  gelbe  Farbe  (wie  die  japanische  Birne  Nashyi)  annimmt, ­
  etwa  wie  die  Farbe  eines  Glases,  das  mit  Schellackfirniss  angefüllt ­
  ist.  Dieser  Lack  ist  der  beste  und  theuerste  und  wird  hauptsächlich ­
  zu  dem  gesprenkelten  Aventurinlack  und  solchen  Lacksachen
gebraucht,  bei  welchen  die  Adern  des  Holzes  durchscheinen.  Der  dickflüssige ­
  Bodensatz  wird  mit  Wasser  vermischt  und  durch  ein  Tuch  gequetscht, ­
  um  die  Schmutztheile  zu  beseitigen  und  später  meistens  dazu
benutzt,  gewisse  Partien  lackirte  Sachen  mit  einem  nur  wenig  in  solchen
Ishehaya-urusfii  getauchten  Baumwollbau  en  leicht  zu  überreiben,  damit
sie  einen  schönen  Glanz  bekommen.  Der  Ishehaya-wushi  ist  bedeutend
billiger  als  der  Nashyi.  Zwischen  beiden  ist  eine  Qualität,  welche
Hauna-urushi  genannt  wird.  Eine  andere  Sorte  ist  der  sogenannte
Haku-sh’ta-urushi,  d.  h.  wörtlich  Unterfolienlack;  er  wird  gebraucht,
wenn  eine  Oberfläche  mit  Gold-,  Silber-  oder  Zinnfolie  belegt  werden
soll.  Zu  diesem  Zwecke  muss  er  sich  möglichst  eben  auftragen  lassen
und  eine  spiegelglatte,  glänzende  Fläche  bilden.
Es  ist  noch  zu  bemerken,  dass  die  Japaner  bisweilen  zu  den
Lacken  etwas  Oel  mischen,  wozu  sie  entweder  gewöhnliches  Küböl  oder
besser  Sesamöl,  etwa  im  Yerhältniss  von  22  Raumtheilen  Lack  zu
5  Raumtheilen  Oel,  nehmen,  besonders  wenn  der  Lack  zu  schwer  zu
verarbeiten  ist,  oder  auch  der  Billigkeit  wegen.
Unter  den  gefärbten  Lacken  ist  der  schwarze  der  wichtigste  und
berühmteste.  Derselbe  wird  nicht,  wie  oft  irrthümlieh  behauptet  wird,
durch  Beimischen  von  Lampenruss  geschwärzt;  er  enthält  überhaupt
gar  keine  festen  Beimischungen.  Darin  stimmen  alje  Aussagen  japanischer ­
  Fabrikanten  und  Händler  überein.  Es  ist  schon  erwähnt  worden, ­
  dass  der  gewöhnliche  Lack  an  der  Luft  rasch  dunkel,  zuerst  braun,
dann  immer  dunkler  wird,  so  dass  z.  B.  die  alten  Einschnitte  an  den
Lackbäumen  vollständig  schwarz  sind.  Auf  dieser  Eigenschaft  des
Lacks  beruht  die  Bereitung  des  schwarzen.  In  ein  grosses  hölzernes
rundes  Becken  von  78  bis  94  cm  Durchmesser  und  21  bis  26  cm  Tiefe,
dessen  Boden  ein  Stück  einer  Kugelfläche  bildet,  werden  etwa  4  1  Lack
gethan.  Dieser  wird  mit  einem  hölzernen  Rührlöffel  oder  eigentlich  Rührbrett ­
  mit  einem  187  cm  langen  Stil  einen  halben  Tag  lang  umgerührt;
            
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