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I. Kunstgewerbe.
Zweigen wird als der am wenigsten feine betrachtet und führt den
Namen seshime-iirusM; er ist dickflüssiger als der andere, hat aber
die Eigenschaft, ausserordentlich hart und dauerhaft zu sein und wird
zur Präparation der zu lackirenden Flächen und zifm Fertigmachen
der schwarz lackirten Gegenstände gebraucht.
Aus dem Haya-iirusJii werden nun je nach der Qualität u. s. w.
verschiedene Sorten bereitet. Lässt man ihn eine Zeitlang stehen, so
setzt sich der Schmutz etc. zu Boden und die obere Hälfte bildet eine
reinere, dünnflüssigere Materie, als die untere. Man nimmt den oberen
guten Lack ab; er führt nun den Namen Nashyi urushi, weil er beim
Trocknen eine schöne gelbe Farbe (wie die japanische Birne Nashyi) annimmt,
etwa wie die Farbe eines Glases, das mit Schellackfirniss angefüllt
ist. Dieser Lack ist der beste und theuerste und wird hauptsächlich
zu dem gesprenkelten Aventurinlack und solchen Lacksachen
gebraucht, bei welchen die Adern des Holzes durchscheinen. Der dickflüssige
Bodensatz wird mit Wasser vermischt und durch ein Tuch gequetscht,
um die Schmutztheile zu beseitigen und später meistens dazu
benutzt, gewisse Partien lackirte Sachen mit einem nur wenig in solchen
Ishehaya-urusfii getauchten Baumwollbau en leicht zu überreiben, damit
sie einen schönen Glanz bekommen. Der Ishehaya-wushi ist bedeutend
billiger als der Nashyi. Zwischen beiden ist eine Qualität, welche
Hauna-urushi genannt wird. Eine andere Sorte ist der sogenannte
Haku-sh’ta-urushi, d. h. wörtlich Unterfolienlack; er wird gebraucht,
wenn eine Oberfläche mit Gold-, Silber- oder Zinnfolie belegt werden
soll. Zu diesem Zwecke muss er sich möglichst eben auftragen lassen
und eine spiegelglatte, glänzende Fläche bilden.
Es ist noch zu bemerken, dass die Japaner bisweilen zu den
Lacken etwas Oel mischen, wozu sie entweder gewöhnliches Küböl oder
besser Sesamöl, etwa im Yerhältniss von 22 Raumtheilen Lack zu
5 Raumtheilen Oel, nehmen, besonders wenn der Lack zu schwer zu
verarbeiten ist, oder auch der Billigkeit wegen.
Unter den gefärbten Lacken ist der schwarze der wichtigste und
berühmteste. Derselbe wird nicht, wie oft irrthümlieh behauptet wird,
durch Beimischen von Lampenruss geschwärzt; er enthält überhaupt
gar keine festen Beimischungen. Darin stimmen alje Aussagen japanischer
Fabrikanten und Händler überein. Es ist schon erwähnt worden,
dass der gewöhnliche Lack an der Luft rasch dunkel, zuerst braun,
dann immer dunkler wird, so dass z. B. die alten Einschnitte an den
Lackbäumen vollständig schwarz sind. Auf dieser Eigenschaft des
Lacks beruht die Bereitung des schwarzen. In ein grosses hölzernes
rundes Becken von 78 bis 94 cm Durchmesser und 21 bis 26 cm Tiefe,
dessen Boden ein Stück einer Kugelfläche bildet, werden etwa 4 1 Lack
gethan. Dieser wird mit einem hölzernen Rührlöffel oder eigentlich Rührbrett
mit einem 187 cm langen Stil einen halben Tag lang umgerührt;