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Gruppe X. Kurzwaaren.
Mno-kami (Papier) oder Zeug beklebt, welches mit Lack beschmiert
ist. Dies gibt eine ausserordentlich starke Verbindung und da die
Lackschichten dick aufgetragen werden, so werden diese Stellen vollständig
bedeckt und wegen des Abpolirens bemerkt man sie von aussen
absolut gar nicht. Um den feinen Lack möglichst gleichmässig
und doch dünn aufzutragen, bedienen sich die Japaner ausser der
Spatel (hera) noch eines flachen, sehr steifen Pinsels (hakke), den man
wie einen Bleistift schneiden kann und welcher mit starkem Druck
immer in einem Strich über die ganze Länge oder Breite der Fläche
hingeführt wird. Ausserdem tragen sie Sorge, dass der Lack gar
keine harten Theilchen irgend welcher Art enthält, was vermittelst des
Yoshino-Tcami geschieht. Ein Stück dieses Papiers (21 cm lang und 21 cm
breit, ungefähr) wird auf das Arbeitskraft gelegt und mit der Spatel
eine geringe Menge Lack auf die Mitte der einen Kante gebracht;
dann rollt man das Papier wie eine Cigarette auf, dreht die beiden
Enden in entgegengesetzter Pachtung, als wollte man das Papier ausringen.
Der Lack quillt nun durch das Papier hindurch und fällt auf
eine reine Stelle des Arbeitsbrettes. Um den letzten Rest vom Papier
abzustreifen, nimmt der Arbeiter das Ende des Papiers in den Mund,
dreht mit der einen Hand weiter und streift den Rest des Lacks mit
der Spatel ab. Nun arbeitet er den Lack noch ein wenig mit der
Spatel durch und streicht ihn auf. Dasselbe Verfahren findet auch bei
dem farbigen Lack statt, welchen der Arbeiter oft selbst nach Bedürfniss
bereitet, indem er auf dem Arbeitsbrett das farbige Pulver, Ocker
(Bengara) oder Zinnober (Shico), mit dem Lack vermischt, bis absolut
keine Körner mehr zu entdecken sind; dann wird dieser gefärbte Lack
ebenfalls durch Yoshino-kami in der oben beschriebenen Weise gepresst.
Unter den japanischen Lackarbeiten finden wir die feinsten Miniaturgemälde
und die simpelsten Topfmalereien. Aber selbst das
blosse Lackiren einer Fläche ohne jede Malerei bietet grosse Unterschiede,
je nach der Anzahl und Bearbeitung der einzelnen Schichten.
Die Kenner unter den Japanern bezahlen für gute Sachen auch
sehr hohe Preise, und die Fremden, welche sich aus Unkenntniss über
die Forderungen entsetzen, haben der Lackindustrie insofern geschadet,
als wirklich vollendet schöne feine Sachen, welche den alten gleichstehen,
gar nicht mehr gemacht werden; auf der anderen Seite freilich
haben sie den billigeren Sachen einen grossen Markt eröffnet. Die
alten schönen Sachen haben meistens auch einen wirklichen Goldwerth,
der so bedeutend ist, dass derartige Dinge, wenn man nicht den verlangten
Preis bekommen konnte, einfach zerschlagen und verbrannt
werden, um aus der Asche das Gold herauszuschmelzen.
Wegen der emailartigen Härte,' welche der Lack mit der Zeit erlangt,
spielt derselbe auch bei den alten Panzerstücken der Japaner