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bogen sind und den Fächer beim Schiiessen zusammendrücken, so dass
der Facher nicht so leicht geöffnet werden kann. Sie sind gewöhnlich
mit grosser Genauigkeit und Sauberkeit gearbeitet und werden jähr
lich zu Millionen nach Amerika geschickt.
Eine Specialität in Fächern fand sich in der brasilianischen Ab-
theilung, von zwei liebenswürdigen Damen, H. und E. Nattein Bio de
Janeiro, ausgestellt und persönlich vertreten; ihre Fächer waren aus Vogel
federn nebst ausgestopften Kolibris und getrockneten Käfern angefer
tigt, schimmerten von einer Farbenpracht, wie sie kein Maler so schön
herzustellen vermag. Diese Schaustellung war ein Lieblingsplatz der
eleganten Welt, und auch an weniger besuchten Tagen musste man
sich einen Weg dahin nahezu erkämpfen. Die genannten Ausstelle
rinnen forderten sehr mässige Preise (für einen Fächer je nach dessen
minderer oder reicherer Ausschmückung, zwischen 30 bis 60 Emk),
weshalb alle ausgestellten Sachen nicht allein sehr rasch Abnehmer
fanden, sondern diese Damen sich auch veranlasst sahen, noch fort
während Nachsendungen aus ihrer Heimath kommen zu lassen, bis sie
endlich durch diesen Erfolg zu dem Entschluss gekommen sind, auch
nach dem Schluss der Ausstellung ein stabiles Depot ihrer Artikel in
Wien zu unterhalten.
b) Schirme.
Viel älter als der Gebrauch des Eegenschirms ist der des Sonnen
schirms, dessen Anwendung wir schon auf den ältesten Sculpturen von
Nmiveh finden. Anfänglich wohl nur ein Attribut königlicher Würde
mit dem weiteren Zweck, das Haupt des Herrschers gegen die Strah
len der Sonne zu schützen, fand er später eine immer allgemeinere
Anwendung; wir finden den Sonnenschirm schon bei den Aegyptern
bei Griechen und Eömern im Gebrauch. Freilich hatten die Schirme’
jener Zeit mit den modernen Sonnenschirmen unserer eleganten Damen
nur sehr wenig Aehnlickkeit, so wenig, als der ehemalige Eegenschirm
der erst, im vorigen Jahrhundert bekannt zu werden begann, indessen
aber schon so viele Veränderungsprocesse durchgemacht hat, dass auch
in dem jetzigen Eegenschirm mit feinem Seidenstoffbezug und kunst
voll gearbeitetem Griff der Urschirm von schwerem Wachstaffet kaum
mehr zu erkennen sein dürfte.
In gleicher Weise als die Schirme praktischer und bequemer ge
macht wurden, wurde auch ihre Anwendung allgemeiner, so dass die
Schirmfabrikation jetzt einen bedeutenden Handels- und Exportartikel
darstellt, bei dem theilweise die elegante oder praktische und solide Aus
führung, theilweise aber auch nur der billige Preis in Betracht kommt.