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Gruppe X. Kurzwaaren.
England zuerst aufgenommene Gebrauch, die Bücher schon gebunden
in den Handel zu bringen, ein stets allgemeinerer wurde und hierdurch
die Buchbinderei immer mehr zum Fabrikbetrieb geführt worden ist.
Die jüngste Specialität dieses Betriebes ist die Fabrikation yon Handlungsbüchern,
die eine yorher nie geahnte Bedeutung erreicht hat.
Die ehemalige Futteralarbeit aber hat sich unter dem Namen „Ledergalanteriewaarenarbeit“
fast gleichzeitig mit Einführung des Fabrikbetriebs
in der Buchbinderei von dieser getrennt und hat in wenigen
Decennien als Kunstgewerbe eine Stellung eingenommen, deren hohe
Bedeutung uns die Ausstellung der berühmten Wiener Firmen: Aug.
Klein, Gebr. Rodeck, Fr. Rosenberg etc. in brillanter Weise vor
Augen führten.
Der Firma J. Mönch & Co. in Offenbach gebührt das hohe Verdienst,
den Grundstein zu diesem Kunstindustriezweige gelegt zu haben
und seit der im Jahre 1817 erfolgten Errichtung ihrer Fabrik an der
Spitze der deutschen Ledergalanteriewaarenfabriken geblieben zu sein.
Ein Chef dieser rühmlich bekannten Firma, Geh. Commerzienrath
Julius Mönch, Präsident der grossherzoglichen Handelskammer
zu Offenbach, war Mitglied der internationalen Jury für die Wiener
Weltausstellung und hat als solches durch seine grosse Fachkenntniss
und seinen unermüdlichen Fleiss, gleichzeitig aber auch durch seinen
edlen Charakter, die Liebe und Hochachtung seiner sämmtlichen Collegen
in ungetheiltem Maasse gewonnen. Derselbe ist am 21. September 1874,
tiefgebeugt durch den kurz vorangegangenen Verlust seines einzigen
Sohnes, verschieden, nachdem er der deutschen Reichscommission noch
zuvor einen eingehenden Bericht über die Ledergalanterie- und Buchbinderarbeiten
der Wiener Weltausstellung erstattet hatte. Wir halten
es für unsere Pflicht, zum bleibenden Angedenken des Verstorbenen
dessen Bericht hier ohne weitere Beisätze folgen zu lassen.
Portefeuillefabrikation.
„Die ausgestellten Portefeuillewaaren unterscheiden sich wesentlich
in ihrer äusseren Ausstattung je nach den Orten, an welchen sie
fabricirt sind. Kann Gleiches auch von vielen anderen Erzeugnissen
einer und derselben Branche gesagt werden, so ist dies doch bei jenen
der Portefeuilleindustrie in ganz hervorragender Weise der Fall, was
seinen Grund darin hat, dass bei letzterer, neben den eigentlichen
Portefeuillearbeitern, noch Arbeiter aus einer Reihe anderer technischer
Fächer mitzuwirken haben, die in ihrer Totalität nur an einzelnen
Fabrikationscentren vorhanden sind und daselbst wiederum, Ort gegen
Ort und Branche gegen Branche, sehr verschiedene Stufen bezüglich
der Leistungsfähigkeit einnehmen. Gesagtes wird verständlich, wenn
man erfährt, welche Gewerke bei der Portefeuilleindustrie zu cooperiren