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II. Mechanische Fabrikation und
Handwerk.
Der gegenwärtigen Abtheilung gehören alle diejenigen Gegen
stände des Kurzwaarenfaches an, welche durch mechanische Fabrikation
oder gewöhnliche handwerksmässige Arbeit producirt sind, und iei
denen es sich mehr um technische und mercantile Aufgaben, als um
künstlerische Ausführungen handelt.
Eine beinahe vollständige üebersicht dessen, was unter diesen
Industrieerzeugnissen zu verstehen ist, gab die Collectivausstellung
der Kurzwaarenindustrie von Nürnberg und Furth, die auch
in Wien die gebührende Anerkennung schon darum finden musste a s
Nürnberg das unbestrittene Verdienst hat, die Mutter der deu-
sehen Kurzwaarenindustrie zu sein. Wie alt die Nürnberger Industrie
ist, lässt sich nicht bestimmt naehweisen; dagegen ist in den ältesten
Urkunden, die sich über Nürnberg finden, gesagt dass die Stadt
zwischen den Jahren 1039 und 1056 bereits Marktfreiheit, /oll- und
Münzrecht gehabt habe, so dass wohl ohne Einsprache anzunehmen
ist, dass zu dieser Zeit auch Handwerker dort gewesen sein müssen,
welche die Märkte belebt, dem Zollrecht in die Hände gearbeitet und
den Münzen grösseren Umlauf verschafft haben. Spatere Chroniken
erzählen schon in dem Jahre 1212 von den Stüekgiessern (jetzt Roth-
schmiede) und dass im Jahre 1285 die Zünfte der 1 uchseheerer, \\ ollen-
schläger, Goldschmiede, Kürschner, Messerer, Klingenschmiede und
Gürtler bestanden hätten. Sie erwähnen ferner Anno 1321 der Draht
schmiede, 1329 der Taschner, 1370 der Gold-und Si bersticker und
der Nadler, 1373 der Bortenmacher, 1383 dgr Silberschmelzer, 1386
der Glockengiesser, 1387 der Gold- und Silberprobirer, 1388 der
Saitenmacher, 1397 der Sarnischpolirer und der Tuchkartatschei etc.
Aber nicht allein durch Alter, auch durch hervorragende Leistungen