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Full text: Kurzwaaren, Wiener Weltausstellung Heft 19

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Gruppe X. Kurzwaaren. 
Yon Franz Tobisch jun. in Wien wurde ein hübsches Sortiment 
von Körbchen aus Draht mit Seide übersponnen ausgestellt; an den 
selben sind geschmackvolle Formen mit guten Farben vereinigt ge 
wesen. 
Kränze von Draht mit Glasperlen brachte Moriz Hartmann in 
Pribram (Böhmen). Todtenkränze dieser Art finden nicht nur in 
dortiger Gegend, sondern auch in verschiedenen deutschen Ländern, 
in Italien etc. vielfache Verwendung, da sie der Witterung sehr gut 
widerstehen; auch den melancholischen Anstrich, den die Käufer an 
diesem Grabschmueke hoch schätzen, hat Hartmann bei seinen Fabri 
katen gut getroffen. 
Johann Tornara in Turin wurde mit einer Sammlung von 
Metallgeweben und anderen Drahtfabrikaten gleichfalls der Gruppe X. 
zur Beurtheilung überwiesen und fand dort mit denselben die vollste 
Anerkennung. 
Vogelkäfige waren in Wien durch die Fabrikanten von lackir- 
ten Blechwaaren bestens vertreten, wir haben deshalb bei Besprechung 
dieses Artikels schon die Firmen C. Deffner in Esslingen und Fr. 
Vetter in Ludwigsburg rühmend zu erwähnen gehabt. Hier haben 
wir noch unter Anderen ungarischen Ausstellern Otto Reisinger von 
Temesvar mit Vogelkäfigen von solider und hübscher Arbeit aufzu 
führen , wogegen wir die Firma des Ausstellers, der ein grosses und 
unförmiges Käfig „für künstliche Mäusezucht“ ausgestellt hatte, als 
ein nach unserer Ansicht für civilisirte Verhältnisse entbehrliches Haus 
möbel verschweigen wollen! 
3. Stock- und Peitschenfabrikation; Fischbein- 
und Fischereigeräthe; Knöpfe; Kämme; Hartgummi- 
waaren. 
Stöcke und Peitschen. 
Der erste Stockerzeuger der Welt ist wahrscheinlich schon unser 
Stammvater Adam gewesen, den, wenn nicht seine lüsterne Eva, doch 
gewiss sein Sohn Kain zur Anwendung eines solchen Instruments geleitet 
hat, wobei wir jedoch nicht behaupten wollen, dass es eine Frucht'der 
diesem Sohne gegebenen Lectionen gewesen, dass dieser den Stock mit 
so niederschlagendem Erfolge an seinem Bruder Abel exercirt hat. 
Diese Thatsache aber könnte jedenfalls zum Beweise dienen, dass der 
Gebrauch des Stockes so alt ist, als das Menschengeschlecht selbst. Zu 
allen Zeiten und bei allen Völkern finden wir den Stock im Gebrauch, 
zu Freud’ und Leid, zur Stütze, zur Waffe, als Würdezeichen, zum
	        
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