666
Gruppe X. Kurzwaaren.
Yon Franz Tobisch jun. in Wien wurde ein hübsches Sortiment
von Körbchen aus Draht mit Seide übersponnen ausgestellt; an den
selben sind geschmackvolle Formen mit guten Farben vereinigt ge
wesen.
Kränze von Draht mit Glasperlen brachte Moriz Hartmann in
Pribram (Böhmen). Todtenkränze dieser Art finden nicht nur in
dortiger Gegend, sondern auch in verschiedenen deutschen Ländern,
in Italien etc. vielfache Verwendung, da sie der Witterung sehr gut
widerstehen; auch den melancholischen Anstrich, den die Käufer an
diesem Grabschmueke hoch schätzen, hat Hartmann bei seinen Fabri
katen gut getroffen.
Johann Tornara in Turin wurde mit einer Sammlung von
Metallgeweben und anderen Drahtfabrikaten gleichfalls der Gruppe X.
zur Beurtheilung überwiesen und fand dort mit denselben die vollste
Anerkennung.
Vogelkäfige waren in Wien durch die Fabrikanten von lackir-
ten Blechwaaren bestens vertreten, wir haben deshalb bei Besprechung
dieses Artikels schon die Firmen C. Deffner in Esslingen und Fr.
Vetter in Ludwigsburg rühmend zu erwähnen gehabt. Hier haben
wir noch unter Anderen ungarischen Ausstellern Otto Reisinger von
Temesvar mit Vogelkäfigen von solider und hübscher Arbeit aufzu
führen , wogegen wir die Firma des Ausstellers, der ein grosses und
unförmiges Käfig „für künstliche Mäusezucht“ ausgestellt hatte, als
ein nach unserer Ansicht für civilisirte Verhältnisse entbehrliches Haus
möbel verschweigen wollen!
3. Stock- und Peitschenfabrikation; Fischbein-
und Fischereigeräthe; Knöpfe; Kämme; Hartgummi-
waaren.
Stöcke und Peitschen.
Der erste Stockerzeuger der Welt ist wahrscheinlich schon unser
Stammvater Adam gewesen, den, wenn nicht seine lüsterne Eva, doch
gewiss sein Sohn Kain zur Anwendung eines solchen Instruments geleitet
hat, wobei wir jedoch nicht behaupten wollen, dass es eine Frucht'der
diesem Sohne gegebenen Lectionen gewesen, dass dieser den Stock mit
so niederschlagendem Erfolge an seinem Bruder Abel exercirt hat.
Diese Thatsache aber könnte jedenfalls zum Beweise dienen, dass der
Gebrauch des Stockes so alt ist, als das Menschengeschlecht selbst. Zu
allen Zeiten und bei allen Völkern finden wir den Stock im Gebrauch,
zu Freud’ und Leid, zur Stütze, zur Waffe, als Würdezeichen, zum