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Gruppe X. Kurzwaaren.
Frankreich die Porzellanhemdknöpfe erfunden. Bis zu jener Epoche
kannte man nur die übersponnenen, beinernen und Perlmutterhemdenknopfe.
Da der Verbrauch an Hemden täglich zunahm, die übersponnenen
Hemdenknöpfe sich als unsolid bewiesen, die beinernen im
Waschen eine gelbliche Farbe annahmen und die aus Perlmutter durch
Vertheuerung des Rohmaterials zu theuer wurden, so suchte man ein
neues Fabrikat und ein Arbeiter kam auf die gute Idee, zu versuchen,
diese Knöpfe aus einer Porzellanmasse zu verfertigen und reussirte
damit. Sofort fand sich genügendes Capital, diese neue Industrie
auszubeuten und nun existiren auf dem Continente drei Etablissements,
welche bedeutende Geschäfte mit Porzellanhemdknöpfen betreiben.
Eines dieser drei Etablissements ist die Firma Risler & Co. in
Freiburg 1. Br. Dieselbe wurde im Jahre 1847 zur Fabrikation
von Porzellanknöpfen und Perlen, den sogenannten Portes orientales,
gegründet, ihre Sjiecialität ist auch heute noch die der Patentknöpfe
aus Porzellanmasse. Im Jahre 1871 lieferte die Fabrik 450000Mases
h 144 Dutzend Knöpfe und 120 Millionen Perlen, im Betrag von
1 200 000 Rmk. In der Fabrik sind gegen 700 Personen in Thätigkeit,
während gegen 3000 Familien in Freiburg und der Umgegend
in den V intermonaten mit Aufnähen der Knöpfe und Aufziehen der
Perlen durch das Etablissement von Risler & Co. Beschäftigung
finden. 6
Eine weitere bedeutende Knopffabrik finden wir in der Firma
J. M. Caron & Co. in Rauenthal bei Barmen. Eine Specialität dieser
Fabrik ist die Erzeugung von Metalllochknöpfen „Caron’s Patent“,
zu deren Herstellung sie eigens construirte und der Fabrik patentirte
sclbstthätige Maschinen verwendet. Die Fabrik hat im Jahre 1071
200 000 Gross dieser Knöpfe gefertigt und ausser Deutschland auch
England und Frankreich damit versehen.
Metall- und Phantasieknöpfe nebst vielen anderen Quineailleriewaaren
als Nadeln, Schnallen, Ringe, Nägel etc. hatte P. C. Tuck
Witt we in Lüdenscheid ausgestellt. Auch dieses Etablissement beschäftigt
über 500 Arbeiter und besitzt ausser einem eigenen Walzwerk
noch 185 Hilfsmaschinen für Handarbeiter zum Walzen, Ziehen, Schleifen
etc. und 12 selbstarbeitende Maschinen.
L. Kolbe & Co. in Bessungen (Hessen) hatten gleichfalls eine
reiche Collection von hübschen Metallphantasieknöpfen ausgestellt. Die
Mannigfaltigkeit und Ausführung derselben liess auf eine bedeutende
wohl eingerichtete Fabrik schliessen. Von anderen hervorragenden
deutschen Knopffabrikanten nennen wir hier noch II. Castner in
Berlin für Rock-, Westen-, Manchetten-, Kragen- und Chemisetten -
knöpfe aus Steinnuss, sowie Eduard Hager & Co. in Barmen für
Leinen-, Shirting- und Piqueknöpfe.