hierin waren die der Firma Münch & Rieder in Augsburg. Besagte
Firma besteht schon über 100 Jahre, früher unter der Firma F. C.
Münch; sie producirt als Specialität Guss- und Bossirarbeiten, Wachsblnmen
und andere verzierte Wachswaaren, im Betrag von mehr als
100 000 Rmk. per Jahr. Neben vielen anderen Guss- und Bossirarbeiten
brachten'Münch & Rieder unbedingt die schönsten Wachsblumen
zur Ausstellung.
Die Ausstellung von Jos. Gautsch in München reiht sich der
vorstehenden würdig an. Gautsch fertigt jährlich aus 600 Centnern
Rohmaterial hauptsächlich Wachskerzen und Stöcke in allen Farben,
verziert und gemalt, und selbst mit verbesserten Dochten versehen
von vorzüglicher Farbe und Arbeit.
X. A. Metz in Strassburg hatte grösstentheils glatte Wachswaaren
l gleichfalls in guter Arbeit ausgestellt.
Von österreichischen Wachswaarenfabrikanten verdienen in
erster Linie die Wachs- und Fischglanzperlen von Franz Scasz in Wien
genannt zu werden; ferner erwähnen wir hier Theresia Stummer
aus Wien, welche geschmackvolle Phantasieartikel aus Wachsblumen gefertigt
hatte, und Anna Pacher aus Innsbruck als Ausstellerinnen
von schönen Wachsblumen und Früchten.
P. A. Alcantarino in Neapel sandte Früchtemodelle von grosser
Natur Wahrheit; ebenso brachte Jose Salvador in Barcelona eine
grössere Auswahl vei'schiedener Wachswaaren, welche als sehr gelungen
zu bezeichnen sind.
Die übrigen Länder hatten keine Wachswaaren zur Ausstellung
gesandt.
4. Bürsten und Pinsel.
Bürsten.
Es ist zwar schon oft als eine Ironie des Schicksals bezeichnet
worden, dass dem Menschen zur Reinigung seiner Zähne, Haare, Kleider
etc. gerade das Schwein das nöthige Material liefern muss; aber trotz
alledem bleiben die Schweinsborsten eben doch das wichtigste und lange
Zeit ausschliesslich angewandte Material für die Bürstenfabrikation.
Dieselben sind äusserst verschieden in Farbe, Länge, Dicke und
Steifigkeit, je nach der Abstammung von der einen oder anderen Race.
Mit der Beschaffung derselben befassen sich besondere Geschäfte; die
Borsten werden nach ihrem Ursprünge als polnische, russische,
deutsche etc. bezeichnet, und sind ebenso verschieden im Preise, von
4 Rmk. bis 15 Rmk. das Kg, und noch theurer; im Allgemeinen entscheidet
Länge und Steifigkeit über ihren Werth.