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Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

446  Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
suitate  der  Sache  ein  günstiges  Prognostiken.  Vom  Jahre  1861  an
beschäftigte  sich  E.  Solvay  in  Brüssel  mit  dem  Ammoniakverfahren,
nd  gab  demsdben  einen  neuen  Aufschwung.  Er  eröffnete  1865  zu
Couillet  bei  Charleroi  eine  Fabrik,  deren  Producte  bereits  1867  auf  der
ariser  Ausstellung  Vorlagen  und  die  in  ihrem  jetzigen  Zustand  (1873)
jährlich  über  80  000  Centner  Soda  von  grosser  Reinheit  *)  liefert.  Die
Verdienste  So  1  vay’s  sowie  Schlösing  &  Rolland’s  um  die  Einführung ­
  der  Methode  sind  von  der  Jury  der  Wiener  Abstellung  durch  Err
  “J“?  7  Ehrendiploms  aus gezeichnet  worden.  Bis  zu  welchem
Grade  das  Ammoniakverfahren,  dessen  Werth  namentlich  in  der  Herstellung ­
  sehr  hochgradiger  und  schwefelsäurefreier  Soda  liegt,  mit  dem
Leblanc  sehen  in  Concurrenz  treten  wird,  lässt  sich  zur  Zeit  noch
nicht  mit  Sicherheit  absehen.  Fabriken,  welche  nach  der  betreffenden
Methode  arbeiten,  existiren  bereits  in  verschiedenen  Ländern;  in  Deutschknd
  haben  namentlich  die  Herren  Honigmann  in  Aachen  und  Gerstenhofer ­
  in  Freiberg  die  Errichtung  solcher  in  die  Hand  genomr.:7
 d  bereits  mebrere  ln  Betrieb  gesetzt -  wie  zu  Wyhlen  in  Baden,
nberg  bei  Aachen  und  in  Nürnberg  (Production  70  Ctr.  täglich)
Der  Schwerpunkt  des  Verfahrens  liegt  hauptsächlich  in  der  Herstellung ­
  zweckmässiger  Apparate  zur  Sättigung  ,1er  ammoniakalischen
chsalzlosnng  mit  Kohlensäure,  sowie  zur  möglichst  vollständigen
Wiedergewmnung  des  Ammoniaks.  Die  wesentlichsten  bis  jetzt  veröffentlichten ­
  Beschreibungen  über  das  Fabrikations  verfahren,.  soweit
eine  ledergabe  derselben  ohne  Zeichnungen  möglich  ist,  sind  folgende-Schlosmg
  &  Rolland  haben  die  in  ihrer  Versuchsfabrik  angewandten ­
  zum  Theil  sehr  complicirten  Apparate  sowie  die  gemachten
Erfahrungen  in  einer  ausführlichen  Abhandlung  *)  beschrieben.  Sie
unterscheiden  bei  der  Fabrikation  fünf  Operationen,  deren  jede  besonderer ­
  Vorrichtungen  bedarf,  nämlich:
Behandlung  der  Kochsalzlösung  mit  Ammoniak  und  Kohlensäure
Filtration  und  Auswaschung  des  Natriumbicarbonats.
Erhitzung  des  Bicarbonats  zur  Umwandlung  in  Soda  und  Gewinnung ­
  der  dabei  entwickelten  Kohlensäure.
Erhitzung  des  Filtrats  zur  Austreibung  von  absorbirterKohlensaure
  und  Ammoniak  und  zur  Zersetzung  des  Salmiaks  durch
Aetzkalk.
Darstellung  von  Kohlensäure  und  Aetzkalk.
Zur  Ausführung  der  Operation  I.  wird  eine  Kochsalzlösung  angewandt, ­
  welche  auf  100  Thle.  Wasser  30Thle.Salz  enthält,  in  dieselbe  so
96-23 , u B c e  Na VO Co an o-fi7  ^T  ^ UMte,Iun K  vorgelegten  Proben  enthielten:
Hb  23  p.C.  Na 2 C0 3 ,  0'64  p.C.  Na  CI,  0'02  p.  C.  Na 2 S0 4 ,  311  p.  C.  Wasser  und
Spuren  von  Magnesiumcarbonat;  Wag-n.  Jahresber.  1873,  257.  2)  S chlfi
sing  u.  Rolland,  Ann.  chim.  pliys.  [4j,  XIV,  5,  (1868).

I.
II.
III.
IV.

V.
            
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