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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Die Soda-Industrie. 
linders aus. — Der andere Apparat bestellt aus einem eisernen, mit 
Deckel verschlossenen Kessel, der sich von unten auf die erforderliche 
Temperatur heizen lässt. Durch den Deckel geht eine Welle, welche 
Schaufeln trägt, durch die das eingefüllte Bicarbonat umgerührt wird. 
Die Kohlensäure entweicht aus einem angefügten Rohr. 
Ein letzter von Solvay in dem Patent von 1863 beschriebener 
Apparat dient endlich zur Regeneration des Ammoniaks aus den salmiak 
haltigen Laugen durch Erhitzen mit Kalk. Derselbe besteht aus einem 
horizontal liegenden langen eisernen Cylinder, welcher in drei Abthei 
lungen zerfällt. Das eine Ende A ist von einer Feuerung umgeben, 
der mittlere Theil B besitzt nach oben eine Erweiterung, und das an 
dere Ende G biegt sich knieförmig nach oben und ist von einem Man 
tel umgeben, durch den kaltes Wasser strömt. Die Salmiaklauge 
wird in C einfliessen gelassen, sie gelangt in den Theil B, in welchem 
man ihr einen dicken Brei von gelöschtem Kalk zuführt und mittelst 
einer Rührvorrichtung innig beimischt. Das Gemenge tritt dann nach A 
und wird hier erhitzt, wobei das ausgetriebene Ammoniakgas wieder 
den entgegengesetzten Weg nimmt und sich durch die in G enthaltene 
kalte Flüssigkeit hindurchdrängt. Hierbei condensiren sich die bei 
gemengten Wasserdämpfe, und das Gas gelangt dann in eine an dem 
verticalen Schenkel von G befindliche Abzugsrohre, welche es in den 
mit Salzsoole gefüllten Absorptionsapparat leitet. An dem von der 
Feuerung umgebenen Theil A des Kessels befindet sich ein Hahn zum 
Ablassen der Chlorcalciumlauge. Da dieses Abfallproduct nicht weiter 
verwendbar ist, so schlägt Solvay vor, statt des Kalks Magnesia zur 
Zersetzung der Salmiakl^uge anzuwenden. Die erhaltene Chlor 
magnesiumlösung wird eingedampft und die Masse im erhitzten Zustande 
der Einwirkung von Wasserdämpfen ausgesetzt, wobei neben Salzsäure 
wieder Magnesia entsteht. 
Der Apparat, welchen sich J. Young x ) patentiren Hess, besteht 
aus drei geschlossenen, horizontal liegenden Cylindern von Eisenblech, 
deren vorstehende Achsen auf Trägern ruhen und mit Zahnradvorrich 
tungen versehen sind, wodurch die Gefässe abwechselnd oder gleich 
zeitig in Drehung versetzt werden können. Durch die hohlen Achsen 
münden mittelst Stopfbüchsen Röhren, welehe auf der einen Seite des 
Cylinders zum Einleiten von Kohlensäure und Ammoniak, auf der ent 
gegengesetzten zum Fortführen der Gase in den nächsten Kessel dienen. 
Der .untere Theil jedes Cylinders befindet sich über einem gemauerten 
Ofen. Bei Beginn der Operation wird das erste Gefäss mit 100 Thln. 
Kochsalz und 300 Thln. Wasser beschickt, und so lange Ammoniakgas 
einströmen gelassen, bis 35 Thle. desselben aufgenommen sind. Hier 
auf erfolgt das Einleiten von Kohlensäure, welche zum Theil durch Er- 
i) J Young, Engl. Pat. v. 28. Septbr. 1871, Nro. 2558. 
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