453
Die Soda-Industrie.
als Bicarbonat sich abscheidet. Der Best bleibt mit dem entstandenen
Salmiak in der Flüssigkeit und ist in dieser entweder als Kochsalz
neben Ammoniinnbicarbonat, oder als gelöstes Natrium bicarbonat, oder
endlich in Form beider Salze zusammen enthalten. Es kommt also
weder die ganze IVIenge des Chlornatriums noch des Ammoniaks zur
Geltung. Wendet man das Verhältniss 2 Na CI: Il a N an, so erfolgt
die Zersetzung hinsichtlich des Ammoniaks vollständiger und zwai
zu i/ 5 , aber es wird dann bloss die Hälfte des Natriums als Bicarbonat
ausgefällt.
Schlösing & Rolland fanden, dass bei dem von ihnen angewandten
Verhältniss von 30 Thln. Kochsalz auf 22 Thle. Ammoniak
(Na CI : 2 1 / 2n Hs N) ebenfalls nur ®/s des Kochsalzes in Soda umgewandelt
werden.
Zwei Versuche, welche von Hrn. Honigmann ] ) in Aachen angestellt
wurden, ergaben folgende Resultate:
I. Eine Lösung, welche im Liter 265 g Na CI (= 104 g Na) und
77 g H a N (d. b. 1 Aeq.NaCl : 1 Aeq. H, N) enthielt, gab nach
dem Sättigen mit Kohlensäure unter gewöhnlichem Druck und
bei einer Temperatur von 15°:
a. einen Niederschlag, bestehend aus: ^
251 g Na HC0 3 (= 69 g Na), und
33 g H 4 NHCO a (= 7gH s N);
b. einen flüssigen Theil, enthaltend:
35 g Na als Na CI oderNaIIC0 3 und
70 g II 3 N als II 4 N CI und H 4 NHC 0 3 .
II. Beim Einleiten von Kohlensäure in eine Lösung, welche im Liter
331 g Na CI (= 130 g Na) und 70'8 g H, N enthielt
(4 Na CI : 3 HjN), wurden erhalten:
a. im Niederschlag:
286-2 g Na II C 0 3 (= 78 g Na) und
15 g H4NHCO3 (= 3-2 g H 3 N);
b. im flüssigen Theil:
52 g Na als Na CI resp. NaHC0 3 und
67'5 g H S N als H4NCI und 1I 4 NHC0 3 .
Demnach sind von 100 Thln. als Kochsalz angewandten Natriums
in Bicarbonat übergeführt worden:
Bei Vers. I. (Na CI : H s N) 66 Thle.
„ „ II. (4 Na CI : 3 Hg N) 60 „
oder hinsichtlich des Ammoniaks berechnet, wurden auf 100 Ihle, desselben
als Bicarbonat ausgefällt:
Bei Vers. I. (Na CI : H a N) 90 Thle. Natrium
„ II. (4 Na CI : 3 Hg N) 110 „ „
i) Honigmann, Privatmittheilung.