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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Die  Soda-Industrie.
„Ammoniak  und  Kohlensäure  werden  hingegen  sehr  leicht  von
Weingeist  absörbirt,  um  so  mehr  je  hochgradiger  derselbe  ist.  Chlorammonium ­
  ist  ziemlich  löslich  in  wässerigem  Alkohol,  in  etwas  geringerem ­
  Grade  auch  Chlorkalium  und  Chlornatrium.  Treffen  nun  die
letzteren  Salze  in  weingeistiger  Lösung  mit  Ammoniak  und  Kohlensäure
zusammen,  so  findet  Umsetzung  stqtt,  ein  Carbonat  des  Kaliums
resp.  Natriums  fällt  und  Chlorammonium  bleibt  in  Lösung.  Je  stärker
der  Weingeist,  desto  vollständiger  geht  der  Process  vor  sich.“
„Der  aus  Kochsalz  entstehende  Niederschlag  ist  grösstentheils
Natriumbicarbonat,  selbst  bei  bedeutendem  Ueberschuss  von  Ammoniak.
Bei  Anwendung  von  Chlorkalium  ist  es  nöthig,  das  Lntstehen  von  Kaliumcarbonat ­
  zu  verhindern,  weil  dieses  Salz  dem  Weingeist  Wasser  entzieht; ­
  man  muss  daher  die  Kohlensäure  im  Ueberschuss  halten,  damit
sich  Bi-  oder  Sesquicarbonat  bilden  kann,  welchem  diese  Eigenschaft
nicht  zukommt.“
„In  welchem  Grade  der  Zusatz  von  Alkohol,  auf  die  Umsetzung
zwischen  Kochsalz,  Ammoniak  und  Kohlensäure  beschleunigend  wirkt,
zeigen  folgende,  im  Laboratorium  des  Herrn  Prof.  A.  W.  Hofmann
ausgeführte  Versuche:“
„I.  250  cbcm  wässeriger  Kochsalzlösung  enthaltend  77'67  g  Chlornatrium ­
  wurden  vermischt  mit  550  cbcm  einer  Lösung,  welche  100  b8g
Ammoniumsesquicarbonat  und  5'08  g  Ammoniak  enthielt.  Es  entstand
bloss  eine  geringe  Trübung  von  etwas  ausgeschiedenem  Natriumbicaibonat,
  eine  vollständigere  Umsetzung  der  beiden  Salze  konnte  in  Folge
der  starken  Verdünnung  nicht  stattfinden.  Die  gemischte  Flüssigkeit
wurde  nun  schnell  in  1800  cbcm  eines  Weingeists  von  0'8075  Vol.-Gew.
  (bei  22°)  gegossen,  wodurch  sofort  ein  starker  Niederschlag  von
Natriumbicarbonat  sich  bildete,  den  man  durch  Decantation  von  der
entstandenen  Salmiaklösung  trennte,  sodann  auf  ein  Filter  brachte,
und  mit  600  cbcm  einer  Flüssigkeit  auswusch,  welche  15‘596  g  Ammoniumsesquicarbonat, ­
  0-6502  g  Ammoniak  und  333  cbcm  absoluten
Alkohol  in  Wasser  gelöst  enthielt.  Nach  dem  Trocknen  und  Glühen
des  Niederschlags  resultirten  46’33  g  Soda  von  88’87  p.  C.  Gehalt  an
reinem  Carbonat,  gleich  58'18  p.  C.  der  theoretischen  Ausbeute.“
II.  Eine  Mischung  von  100  cbcm  Kochsalzlösung  enthaltend  31'07  g
Chlornatrium,  mit  200  cbcm  Lösung  enthaltend  36’5  g  Ammomumsesquicarbonat
  und  2'03  g  Ammoniak  wurde  sehr  langsam  in  einem  ganz
schwachen  Strahl  und  unter  stetigem  Umrühren  in  700  cbcm  Weingeist ­
  von  0-8075  Vol.-Gew.  fliessen  gelassen.  Das  Auswaschen  des
Niederschlags  geschah  mit  240  cbcm  Flüssigkeit  enthaltend  6'237  g
Ammoniumsesquicarbonat,  0-2611  g  Ammoniak,  133’2  cbcm  absoluten
Alkohol,  Best  Wasser.  Die  Ausbeute  betrug  19’20  g  Soda  von  98’0  /  p.  C.
gleich  66'9  p.  C.  der  theoretischen  Menge.“
            
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