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Gruppe III. Chemische Industrie.
den. — Ch. Puissanti) hat sieh die Methode für Frankreich paten-
t-iren lassen (mit der Modification, dass er die Zersetzung in der Siede
hitze vornimmt) und benutzt die erhaltene Sodalösung zur Darstellung
von Bleicarbonat, indem er sie mit Bleisulfat kocht, während gleich-
zeitig Kohlensäure durchgeleitet wird.
3. Mittelst Aetzstrontian. A. Ungerer 2 ) hat ein Ver
fahren angegeben, welches auf folgenden ineinander greifenden Opera
tionen beruht: I. Umwandlung von Kochsalz in Natriumsulfat durch
hintragen des ersteren in eine concentrirte Lösung von Ammonium
sulfat unter Kochen. Es scheidet sich zuerst ziemlich wasserfreies
Glaubersalz ab, welches ausgeschöpft wird; beim Erkalten krystallisirt
Salmiak aus und die Mutterlauge lässt dann beim Erkalten wieder
Natnumsulfat fallen. — II. Zersetzung des Glaubersalzes in wässeriger
;osuiig durch Strontian, wodurch Aetznatron entsteht und Strontium-
sullat. — JII. Digeriren des Strontiumsulfats mit einer Lösung von Am
moniumcarbonat (dargestellt aus dem bei Operation 1. erhaltenen Sal
miak). Es resultirt Strontiumcarbonat und Ammoniumsulfat, welch
letzteres in Operat. I. eingeht. - IV. Ueberführung des Strontium
carbonats in Strontian durch Glühen mit Kohle und Durchleiten von
Wasserdampf. — Man erhält demnach als Abfallproduct nur das bei
der Zersetzung des Salmiaks mit Kalk behufs Darstellung von Ammo-
mak resp. Ammoninmcarbonat entstehende Chlorcalcium. Die Verwen
dung des Stroiitians hat vor derjenigen des Baryts den Vorzug, dass
sich Strontiumsulfat durch Ammoniumcarbonat auf nassem Wege in
Strontiumcarbonat überführen lässt, und dieses leicht die Kohlensäure
4. Mittelst Aetzkalk 3 ). A. G. Hunter 4 ) kocht Natriumsulfat-
Josung vom Vol.-Gew. VI mit Kalkmilch im geschlossenen Gefäss
unter einem Druck von 30 bis 40 Pfund auf 1 DZoll engl. Die ent
standene Aetznatronlauge wird vom Calciumsulfat durch Decantiren
oder Filtnren getrennt, was aber ebenfalls unter Druck geschehen
muss damit nicht wieder rückgängige Zersetzung eintritt. Soll aus
der Lauge Soda dargestellt werden, so concentrirt man sie in Berüh
rung mit Calciumcarbonat, oder leitet Kohlensäure ein.
5 Mittelst Calciumbicarbonat. Pongo wski •’>) bringt Na-
tnumsulfatlosung mit fein gepulvertem Kalkstein in einen Behälter
und leitet unter Umrühren Kohlensäure ein.
l ) Ch. Puissant, Wägn. Jahresber. 1869, 183. 2) ^ Uno-erer Dino-l
PO . J. 188, 140. 3) Die früheren Versuche siehe Wagner ZÄ
Sodafabr. 46. 4 ) A. G. Hunter, Wagn. Jahresber. 1866. 126 p ou
mI ll40 I ’ ranZ ' Pat ' 1872 ’ 27 ' MärZ ’ Nr ‘ 94 531; D0UtScb - Chem - ö«. Be“!
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