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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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- Die Verwerthung der Sodariickstände etc. 
Die Versuche von Leighton, Gossage, Losh, Townsend 
uud Walker sowie Anderer hatten immerhin gezeigt, dass diese 
Aufgabe keine unlösbare war, ja sie hatten bereits die Wege ange 
deutet, welche nach dieser Richtung hin einzuschlagen waren und 
die chemischen Reactionen im Allgemeinen klar gestellt, auf welche 
man sich dabei stützen konnte. Trotzdem standen der Lösung dieses 
Problems noch viele Schwierigkeiten entgegen; denn es handelte sich 
vor Allem darum, den Schwefel zu einem Preise wiederzugewinnen, 
welcher zu demjenigen des natürlichen Schwefels in einem richtigen 
Verhältnisse stand. 
Noch ehe die letzten der im Vorstehenden angeführten Verfahren 
bekannt geworden waren, versuchten in Deutschland die Herren 
Schaffner und Guckelberger unabhängig von einander eine 
praktische Methode zur Wiedergewinnung des Schwefels aufzufindem 
Methode von Schaffner. 
Sch aff net 1 ) wurde zu seinen Versuchen durch die Beobachtung 
veranlasst, dass an heissen Sommertagen aus den Sodarückständen ein 
weisses Salz auswitterte, welches sich bei der Analyse als aus unter 
schwefligsaurem Natrium bestehend erwies. Es zeigte sich bald, dass 
nach dem Abschaufeln dieser Auswitterungen neue entstanden und 
dass man durch Sammeln und Reinigen derselben mit Vortheil unter 
schwefligsaures Natrium darstellen konnte. Die weisse Salzmasse 
wurde zu diesem Zwecke in Wasser gelöst. Um geringe Mengen vor 
handener Sulfide zu entfernen, fügte man Salzsäure hinzu, welche, wie 
sich bald zeigte, die letzteren früher als die gleichzeitig gelosten 
llyposulfite angriff. Man setzte darauf die in Lösung befindlichen 
Calciumsalze mit Soda um, decantirte nach einiger Zeit von dem ge 
fällten Calciumcarbonat und dampfte die Flüssigkeit zur Krystal 1- 
sation ein. . . . , , 
Als die Nachfrage nach unterschwefligsaurem Natrium sich mehrte, 
versuchte man zuerst die Ausbeute an Auswitterungen dadurch zu 
erhöhen, dass man die Rückstände mit Glaubersalzlosung begoss und 
sie darauf in Haufen der oxydirenden Einwirkung der Luft preisgab. 
Da man hierdurch nicht den gewünschten Erfolg erzielte schritt man 
zur Auslaugung der ganzen Masse der Haufen und fand alsbald dass 
eine Lösung resultirte, welche entsprechend dem zugesetzten schwefel 
sauren Natrium zwar reichliche Mengen von unterschwefligsaurem 
!) Schaffner, 
Wagn. Jahresber. 1869, 190; Dingl. pol. J. CXCI1I, 42,
	        
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