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Gruppe III. Chemische Industrie.
In den Carnalliten, Tachhydriten und Kainiten ist ein geringer
Theil des Chlormagnesiums durch Brommagnesium (MgBr 2 ) ersetzt,
Die Kieseritlagen schliessen vielfach sehr schön ausgebildete Krystalle
von Anhydrit (Ca S 0 4 ) ein, während ein anderer Theil des schwefelsauren
Calciums in Verbindung mit schwefelsaurem Kalium und schwefelsaurem
Magnesium den im Liegenden des eigentlichen Kali- und Kieseritlagers
sich findenden Polyhalit (2CaS0 4 , MgS0 4 , Ka 3 S0 4 -f 2H,0) bildet,
eine Verbindung, welche bisher noch keine technische Verwendung ge
funden hat und deshalb nicht in grösseren Massen gefördert wird. Als
bisher seltener vorkommendes Mineral möge ausserdem noch Astrakanit
(Na. 3 S0 4 , MgS0 4 + 4 H 2 0) erwähnt werden.
Die Abraumsalzlager wurden zuerst im Jahre 1860 bergmännisch
aufgeschlossen, nachdem ihr Vorkommen und ihre Mächtigkeit schon
bei dem 1857 beendigten Atteufen der preussischen Steinsalzschächte
festgestellt worden war; das dicht bei Stassfurt, aber auf anhaitischem
Gebiet belegene herzogl. anhaltische Steinsalzwerk Leopoldshall, dessen
Schächte im Jahre 1858 in Angriff genommen worden waren, begann
erst 1862 die Förderung grösserer Salzmengen.
Obgleich nun die Zusammensetzung der kalihaltigen Abraumsalze
durch die Untersuchungen von H. Rose, Rammeisberg, Beichardt
und Anderen bereits bekannt war, bemächtigte sich die Technik des
neugebotenen Rohstoffes gleichwohl nicht sofort in grösserem Maass
stabe, wenn es auch, in Folge des anregenden Einflusses der oberen
preussischen Bergbehörde an vereinzelten Versuchen hierzu nicht fehlte;
die auf die Ueberspeculation des Jahres 1857 folgende Krise hatte die
Capitalisten gegen alle industriellen Unternehmungen, namentlich so
weit dieselben mit dem Bergbau zusammenhingen, misstrauisch gemacht,
und obwohl der Verfasser dieses Aufsatzes, dessen Untersuchungen über
Zusammensetzung und technische Verarbeitung der Abraumsalze bis
1859 hinaufreichen, schon im Sommer 1860 den Regierungen von
Preussen und Anhalt ein hierauf bezügliches Promemoria überreicht hatte,
welches die für Fabrikation von Chlorkalium, Glaubersalz, schwefelsaurem
Kalium, sowie von Kalidüngmitteln und endlich von Chlormagnesium
und anderen Magnesiumpräparaten erforderlichen Anlagen erörterte und
Rentabilitätsberechnungen enthielt, auch später seinem wesentlichen In
halt nach veröffentlicht wurde *), gelang es demselben doch erst im Früh
jahr 1861 die zur Etablirung einer kleinen, auf tägliche Verarbeitung
von 100 Ctr. Abraumsalz eingerichteten Fabrik nöthigen Mittel aufzu
treiben und deren Betrieb mit dem 1. October 1861 zu beginnen. I on
l) Frank, Mittheilungen der Polyt. Gesellschaft zu Berlin XXII, 342.
Frank, Preuss. Patent, datirt vom 21. März 1861.