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Die Verwerthung der Sodarückstände etc.
Füllt man nun beide Gefässe bis zu einer gewissen Höhe mit den
durch Oxydation und Auslaugung der Rückstände gewonnenen, Polysul-
,fide, Sulfite und Ilyposulfite des Calciums (Natriums) enthaltenden
Laugen und lässt man in eines der Gefässe Salzsäure eintreten, so wird
aus der darin befindlichen Flüssigkeit unter Schwefelabscheidung zu
nächst Schwefelwasserstoff (aus den Polysulfiden), später schweflige
Säure (aus den Hyposulfiten) entwickelt, welche letztere die PolySul
fide in dem zweiten Zersetzungsgefässe unter Schwefelabscheidung in
Hyposulfite verwandelt. Um die letzten Spuren von schwefliger Säure
auszutreiben, lässt man in die mit Salzsäure versetzte Lauge gegen
Ende der Operation heissen Wasserdampf eintreten. Die Flüssigkeit
aus dem ersten Zersetzungsgefässe wird darauf in ein grösseres Bassin
abgezogen; sie besteht aus einer neutralen Chlorcalciumlösung, in wel
cher ein feinkörniger, sich nach einiger Zeit gut absetzender Nieder
schlag von unreinem Schwefel suspendirt ist. Das Gefäss wird mit
neuen Mengen frischer Schwefellauge beschickt. Fügt man jetzt zu
der im zweiten Gefässe befindlichen, bereits mit schwefliger Säure be
handelten Lösung Salzsäure, so tritt, da die Polysulfide derselben durch
schweflige Säure zersetzt sind, unter Schwefelabscheulung nur noch
eine Entwickelung von schwefliger Säure ein, welche aus der frischen
Lauge im ersten Gefässe wiederum Schwefel abscheidet und die Poly
sulfide derselben in Hyposulfite verwandelt.
Man ersieht also, dass bei dem Schaffner’schen Verfahren nur
einmal, bei Beginn einer Operation eine Entwickelung von Schwefel
wasserstoff eintreten kann.
Der auf die obige Weise gewonnene Schwefel ist nicht rem, son
dern enthält Gyps, Schwefelarsen ') und Chlorcalcium beigemengt.
Schaffner hat ein ausgezeichnetes Verfahren angegeben, um ihn rasch
und vollständig von diesen Verunreinigungen zu befreien.
Der gewaschene gefällte Schwefel wird mit soviel Wasser ange
rührt, dass das Ganze eine breiartige Consistenz erhält. Darauf bringt
man die Masse in einen gusseisernen, luftdicht verschliessbaren Kesse
und fügt eine geringe Menge Kalkmilch hinzu. Der gusseiserne Kessel
befindet sich in einer schmiedeeisernen Hülle und ist mit einer dure
Maschinenkraft in Thätigkeit zu setzenden Rührvorrichtung versehen.
Der ganze Apparat liegt nach der einen Seite hin geneigt unc rüg
ein Sicherheitsventil. Man lässt nun, nachdem der Rührer in ang
gesetzt worden ist, durch eine am unteren tiefsten Ende der sc inie o
eisernen Hülle angebrachte Oeffnung Wasserdampf von 1/4 Atmo
sphären Spannung eintreten. Derselbe gelangt durch eine am o eren
höchsten Ende des inneren Kessels befindliche Oeffnung m das Innere
i) lieber den Arsengehalt des regenerirten Schwefels siehe B. Hasen
clever, die Schwefelsäurefabrikation, Seite 182 dieses Berichtes.