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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
des letzteren, nachdem er die gesammten Aussenflächen desselben be 
reits vorgewärmt hat. Der Schwefel schmilzt so unter Wasser, ad- 
härirendes Calciumchlorid nimmt das Wasser auf, durch die hinzu 
gesetzte Kalkmilch wird etwa vorhandene freie Säure neutralisirt, das 
überschüssige Kalkhydrat geht in Calciumsulfid über, welches sich mit 
dem anwesenden Arsensulfid zu löslichem Calciumsulfoarsenit verbindet. 
Der geschmolzene Schwefel sammelt sich in dem tiefsten Theile des 
Kessels, der Gyps ist als feines Krystallmehl in der darüberstehenden 
wässerigen Flüssigkeit suspendirt. Der Schwefel wird abgelassen und 
in die gewünschten Formen gegossen. 
Versuche von Guckelberger. 
Zu derselben Zeit wie Schaffner, in den Jahren 1858 bis 1860, 
versuchte auch Guckelberger, die Sodarückstände zur Fabrikation 
von unterschwefligsaurem Natrium zu verwerthen. Er schlug hierbei 
den durch das bekannte Verfahren von Losh gegebenen Weg ein und 
bemerkte alsbald, dass durch Oxydation und Auslaugung der Soda 
rückstände Lösungen erhalten wurden, welche nicht nur Hyposulfite 
und Sulfite, sondern auch Polysulfide in grosser Menge enthielten und 
welche mit Säuren einen reichlichen Niederschlag von Schwefel gaben. 
Wie Schaffner, so fand auch Guckelberger, dass die einmal 
ausgelaugten Rückstände bei wiederholter Oxydation und Auslaugung 
neue zum Fällen von Schwefel geeignete Laugen lieferten. Die obigen 
Versuche wurden, wie der Verfasser übereinstimmenden brieflichen 
Mittheilungen entnimmt, welche ihm von den Herren Guckelberger 
und Mond zugehen, im Aufträge des Herrn Guckelberger in 
Ringenkuhl von Herrn Mond ausgeführt. Dieselben hatten in Bezug 
auf Schwefelregeneration noch keine praktisch genügend vortheilhaft 
verwerthbare Gestalt angenommen, als Herr Mond Ringenkuhl 
verliess. 
Mond’s Verfahren. 
Indem Herr Mond nunmehr anfing, die im Aufträge des Herrn 
Guckelberger in Ringenkuhl begonnenen Versuche selbständig 
weiterzuführen, richtete er sein Augenmerk zunächst auf Verbesserung 
der Methoden zur Oxydation der Rückstände; er bemühte sich, wie er 
dem \ erfasse! - mittheilt, die Oxydation dadurch zu beschleunigen, dass 
er die Rückstände in Fässern mit durchlöchertem Boden, welche einen 
Schornstein trugen, einem aufsteigenden Luftstrome aussetzte, ver 
mochte jedoch hierdurch nicht, den gewünschten Erfolg zu erzielen, 
da die schwammige Beschaffenheit der Rückstände das Eindringen der 
Luft erschwerte. Die Zersetzung verlief weit gleichmässiger, wenn 
man die Rückstände, in dünnen Schichten, auf Horden ausgebreitet, der
	        
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