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Die Verwerthung der Sodarückstände etc.
statteten. Hr. Guckelberger kam daker auf die Oxydation der Rück
stände in Haufen zurück, stellte die Bedingungen fest, welche zur
Bildung vorwiegend von Polysulfiden oder Hyposulfiten Veranlassung
geben, vermischte die bei den verschiedenen Auslaugungen gewonnenen
Flüssigkeiten in der Weise, dass das Gemisch Polysulfide und Hypo
sulfite in einem bestimmten Verhältniss enthielt und fällte daraus den
Schwefel fast genau nach dem Verfahren, welches von Mond beschrieben
worden ist.
Verfahren von P. W. Hofmann.
In der grossen Sodafabrik zu Dieuze in Lothringen ist in den
Jahren 1864 bis 1866 ein drittes Verfahren ausgebildet worden, welches
neben der Wiedergewinnung des Schwefels aus den Sodarückständen
die Wiederbelebung des Mangans aus den bei der Chlorkalkfabrikatibn
abfallenden sauren Manganlaugen bezweckt und daher ein combinirtes
Schwefel- und Manganregenerationsverfahren genannt werden muss.
In Dieuze waren die Uebelstände, welche die Fabrikation der Soda
und die des Chlorkalks zur Folge haben, besonders scharf hervor
getreten.
Die Sodarückstände waren seit länger als 30 Jahren berghoch
aufgestürzt worden. In unmittelbarer Nähe der Fabrik fliesst ein
kleiner Bach, welcher später das Städtchen Dieuze berührt und welcher
die Gesammtmenge der bei feuchtem Wetter aus den Rückständen ab-
fliessenden Schwefel Verbindungen, wie auch die sauren Manganbrühen
in sich aufzunehmen hatte. Das Wasser des Baches war auf eine
Strecke von 6 bis 8 Km hin durch gefälltes Schwefeleisen (aus den
Manganbrühen herstammend) schwarz gefärbt und verpestete die Um
gegend in so hohem Grade mit Schwefelwasserstoff, dass die Behörden
drohten, die Fabrik zu schliessen, wenn diese Uebelstände nicht als
bald radical beseitigt würden.
Der Lösung dieser Aufgabe hat sich einer der damaligen Diri
genten der Fabrik, Hr. P. W. Hofmann, mit Erfolg unterzogen. Bei
den langwierigen Untersuchungen, welche zu diesem Zwecke noth-
wendig waren, ist derselbe, wie er dankbar anerkennt, thatkräftigst
von den Herren E. Kopp und P. Buquet unterstützt worden.
Hr. Kopp 1 ) hatte früher bereits versucht, die Rückstände direct
mit sauren Manganbrühen zu zersetzen und den dadurch entwickelten
Schwefelwasserstoff durch vollständiges oder unvollständiges Verbrennen
(letzteres unter Schwefelabscheidung) in der Form won schwefliger Säure
zu verwerthen, war aber dabei ebenso wenig zu praktischen Erfolgen
gelangt, wie Favre und Andere (Seite 474), welche analoge Wege
eingeschlagen hatten.
1 ) E. Kopp, Monit. scientif. 186ä, 961.
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