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Gruppe III. Chemische Industrie.
Die in Dieuze angestellten, in verschiedenster Weise abgeänderten
Versuche führten schliesslich zu dem im Folgenden kurz skizzirten
Verfahren, durch welches nicht nur die oben bezeichneten Uehelstände
beseitigt, sondern auch werthvolle, in die Fabrikation eingeführte Pro-
ducte (Schwefel und Mangansuperoxyd) mit Vortheil aus den Rück
ständen wiedergewonnen werden.
Wie bei dem Verfahren von Schaffner und Mond werden
auch hier durch Oxydation der Sodarückstände zunächst lösliche
Schwefelverbindungen erzeugt. Die Oxydation der Rückstände ge
schieht in Haufen, nur werden dieselben vorher, wie unten beschrieben,
mit Schwefeleisen gemischt, welches, wie später näher angegeben wer
den soll, aus den neutralisirten Manganlaugen gefällt worden ist. Ge
naue Versuche haben festgestellt, dass der Zusatz von Schwefeleisen
die Oxydation sehr wesentlich beschleunigt.
Die 6 bis 7 Tage lang der Einwirkung der Luft ausgesetzten
gemischten Rückstände werden ausgelaugt, man erhält so eine vor
wiegend Polysulfide enthaltende Flüssigkeit, welche in der Dieuzer
Fabrik den Namen eaux jaünes sulfurees erhalten hat. Die einmal
ausgelaugten Rückstände werden in gleicher Weise noch zwei Male
oxydirt und mit Wasser behandelt, die zweite und dritte Oxydation
erfordern nicht mehr als je drei Tage. Die bei dem Auslaugen der
wiederholt oxydirten Rückstände resultirende Lösung enthält vornehm
lich Sulfite und Hyposulfite des Calciums [Natriums], weshalb man für
dieselbe den Namen eaux jaunes oxyclces gewählt hat.
Die Auslaugung ist stets eine methodische, sie wird in zwei
Systemen von je drei gemauerten, mit falschen Böden versehenen Bassins
ausgeführt, welche durch Röhren in der Weise mit einander verbunden
sind, dass das frische Wasser oder die von einer früheren Auslaugung
herrührenden schwachen Lösungen zuerst mit den bereits fast voll
ständig erschöpften Rückständen in Berührung kommen, um schliesslich
in einer Stärke von 14 bis 16° B. aus einem mit frischen Rückständen
gefüllten Bassin auszutreten.
Da das Volum der Rückstände bereits durch die erste Behandlung
mit Wasser bedeutend vermindert wird, so vereinigt man gewöhnlich
zwei Portionen der zum zweiten oder dritten Male oxydirten Rück
stände zu einer Auslaugung und construirt die drei Bassins des zweiten
Systems für diesen Zweck von etwas grösseren Dimensionen.
Die vereinigten Flüssigkeiten der verschiedenen Auslaugungen
lässt man in einem aus Steinplatten zusammengesetzten, an den Fugen
mit Schwefel oder Asphalt gedichteten Bassin mit der sauren Mangan-
lauge, welche zuvor durch 24stündige Ruhe in einem ähnlichen Bassin
geklärt worden ist, zusammenfliessen. Es erfolgt hier die Zersetzung
der Schwefellaugen auf Kosten der in der Manganlauge vorhandenen
freien Salzsäure, sowie des darin befindlichen Eisenchlorids und unge-