Stassfurter Kaliindustrie.
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October bis December 1861 wurden in dieser Fabrik bereits 6265 Ctr.
Rohstoff auf Chlorkalium verarbeitet.
Nachdem so die Anregung einmal gegeben war, folgte dann zu
nächst eine kleine Anlage von Foelsche 1 ) und Siebel’s Söhne in
der Sudenburg bei Magdeburg und die grössere Fabrikanlage von
Vorster & Grüneberg in der Sülze bei Stassfurt, welche letztere im
Januar 1862 in Betrieb kam. Während die von Frank angelegte
erste Fabrik wegen Beschränktheit der ihm zur Disposition stehenden
Mittel nur mit freiem Feuer für die Lösungen etc. angelegt war, enthielt
die von Du. Grüneberg projectirte Anlage der Firma Vorster &
Grüneberg von Anfang an Dampfbetrieb, wie denn überhaupt Dr.
Grüneberg durch vielfache Verbesserungen die Fabrikation wesent
lich gefördert hat. Als nächste Anlage folgte dann die Fabrik von
Leisler & Townsend, welche ebenfalls nach einem besonderen unten
näher zu erörternden System angelegt wurde. — In den 1862 vor
handenen vier Fabriken wurden zusammen 408 000 Ctr. Rohsalze ver
arbeitet. Dei' damals bei starker Nachfrage sehr hohe Preis des Chlor
kaliums von circa 18 Rmk. pr. Centner 80proeentiger Waare regte zur
Vergrösserung der bestehenden und zur Anlage neuer Fabriken an,
um so mehr als die auf Grund theoretischer Schlüsse, resp. der
Liebig’schen Lehren vom Verfasser veranlassten ersten Versuche mit
Kalidüngmitteln auf den Feldern der Zuckerfabriken zu Waldau und
Neuhof 2 ) den Producten der Kaliindustrie ein neues bedeutendes
Absatzgebiet erschlossen.
Im Jahre 1863 stieg die Zahl der Kalifabriken bereits auf 11 und
die Förderung der Rohsalze auf 1 288 000 Ctr. 1864 waren 18 Fabri
ken im Betriebe und dieFörderung der Rohsalze stieg auf 2 775 000 Ctr.,
doch führte diese zu rasche Vermehrung eine Ueberproduction herbei,
deren Folgen sich im Jahre 1865 in einer Verminderung der arbeiten
den Fabriken auf 16 und des verarbeiteten Rohmaterials auf 1 900 000 Ctr.
zu erkennen gaben; in dem folgenden Jahre 1866 stieg die Rohsalz
verarbeitung wieder auf 3 452 000 Ctr. in 18 Fabriken.
1867 wurden 3 350 000 Ctr. in 16 Fabriken,
1868 „ 4 033 000 „ „ 18
1869 „ 4 600 000 „ „ 20 „
1870 „ 6244000 „ „ 21
1871 „ 8064000 „ „ 25
1872 „ 10 284 000 „ „ 33 „
1873 „ 9 047 000 „ „ —
verarbeitet.
Die neue Industrie beschäftigte in diesem Jahre, mit Ausschluss
1 ) Preuss. Patent vom 30. April 1862. 2 ) Zeitschrift des Vereins für
Rübenzuckerindustrie im Zollverein 1862, 246; Ibid. 186.3, 173.
Wiener Weltausstellung. III. ^ 23