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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

489

Die  Verwerthung  der  Sodarückstände  etc.
selben  vollständig  befriedigende  sind  und  namentlich  in  ökonomischer
Beziehung  den  Anforderungen,  welche  man  an  dieselben  stellen  muss,
vollauf  entsprechen.  Andererseits  hat  der  P.  W.  Hof  mann’sehe
Process  den  Yortheil,  die  in  den  sauren  Manganlaugen  enthaltene,  gewöhnlich ­
  verloren  gehende  freie  Salzsäure  gut  zu  verwerthen,  wodurch
eine  wesentliche  Ersparniss  an  letzterer  Verbindung  bewirkt  wird.
Es  ist  dies  von  um  so  grösserer  Bedeutung,  weil  bei  vielen  Fabriken
die  Gesammtmenge  der  erzeugten  Salzsäure  mit  Vorth  eil  direct  in  den.
Handel  gebracht  wird,  ein  Umstand,  welcher  die  Regeneration  des
Schwefels  aus  den  Sodarückständen  häufig  verhindert  hat.
Die  Anwendung  der  sauren  Manganlauge  zu  obigem  Zwecke  ist
bereits  von  den  Herren  J.  Townsend  und  J.  Walker  (Seite  475)
empfohlen  und  auch  von  Herrn  M.  Schaffner 1 )  für  sein  Verfahren
in  allen  Fällen,  wo  die  Salzsäure  grossen  Werth  hat,  adoptirt  worden.
Schaffner  reducirt  zunächst  das  in  der  Manganlauge  enthaltene
Eisenchlorid  mittelst  Schwefellauge  zu  Eisenchlorür  und  operirt  mit
der  so  präparirten  Flüssigkeit  im  Uebrigen  genau  wie  mit  Salzsäure.
Der  einsichtsvolle  Fabrikant  wird  sich  aus  den  verschiedenen
Verfahren  stets  das  für  ihn  Passende  auswählen  oder  das  eine  oder
andere  dieser  Verfahren  nach  den  speciellen  Verhältnissen  seiner  Fabrik ­
  umändern.
Die  Mühe,  welche  bei  dem  Mond’schen  Verfahren  das  sorgfältige
Reinigen  der  Sodaauslaugckästen,  nachdem  darin  Rückstände  oxydirt
worden  sind,  kostet,  hat  z.  B.  viele  Fabrikanten  veranlasst,  separate
Systeme  von  Kästen  zum  Auslaugen  der  Soda  und  zur  weiteren  \  erarbeitung
  der  Rückstände  zu  construiren  u.  s.  f.
Die  verschiedenen  Verfahren  sind  zu  sehr  verschiedenen  Zeiten
in  die  Oeffentlichkeit  gedrungen.  Das  englische  Patent  von  Mond
datirtvom  8.  September  1863,  das  von  Schaffner  vom  23.  September
1865,  das  von  P.  W.  Hofmann  vom  9.  April  1866.  Schaffner  hat
dagegen,  wie  dem  Berichterstatter  von  verschiedenen  Seiten  mitgetheilt
worden  ist,  schon  1862  Schwefel  in  grossem  Maassstabe  aus  den  Rückständen ­
  fabricirt.
Eine  Discussion  über  die  bei  den  verschiedenen  Verfahren  vor
sich  gehenden  chemischen  Reactionen,  sowie  ausführliche  wissenschaftliche ­
  Abhandlungen  der  Erfinder  sind  erst  in  den  Jahren  1867
bis  1868  erschienen,  nachdem  E.  Kopp  die  in  Dieuze  erhaltenen
Resultate  rückhaltlos  der  Oeffentlichkeit  übergeben  hatte.

: )  M.  Schaffner,  Wagn.  Jahresber.  1868,.  192.
            
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