500 Gruppe III. Chemische Industrie.
Schon gleich hei dieser ersten Operation verursacht die Bewälti
gung der erzeugten sauren Gase Schwierigkeiten, welche namentlich
durch die Mangelhaftigkeit der Verbindung von Pfanne und Mauerwerk
bedingt werden. Durch das abwechselnde Erhitzen und Erkalten der
Pfanne löst sich dieselbe leicht von dem Mauerwerk ab und es entstehen
dann offene Canäle zwischen Stein und Eisen, durch welche Salzsäure
dämpfe in die Verbrennungsgase der Feuerung gelangen. Häufig kocht
auch, wenn frische Schwefelsäure eingegossen wird, der Inhalt der
Pfanne über, gelangt in die Feuerung und giebt so Veranlassung zu
einem massenhaften Entweichen saurer Dämpfe.
Wenn die Pfannen, wie das nur zu häufig der Fall ist, vollständig
von dem Mauerwerk umgeben sind (s. Fig. 1), so bleiben solche schad
hafte Stellen unbemerkt
lind dieUebelstände dauern
fort, ohne dass man ihnen
rechtzeitig begegnen kann.
Alle diese Schwierigkeiten
können leicht vermieden
werden, wenn man die
Pfanne so einmauert, dass
ihre Aussenwände — die
Stelle natürlich ausgenom
men, an welcher das ge
bildete Sulfat in den
Flammofen geschoben
wird — überall sichtbar sind, so dass jede Undichtigkeit alsbald
wahrgenommen wird.
Unter mehrfachen Constructionsformen, welche man vorgeschlagen
hat, sind die in Fig. 2 und
Fig. 3 dargestellten wohl
diejenigen, welche am
meisten dem Zweck ent
sprechen.
Seltsam genug, dass
Viele den grossen Werth
dieser einfachen Construc-
tion noch immer nicht ein-
sehen wollen.
Gewöhnlich leitet man
die Salzsäure, welche durch
das in der Mitte des Ge
wölbes befindliche Ableitungsrohr anstritt, mit Hilfe von Thonröhren
direct in den unteren Theil des Cokethurmes, zuweilen lässt man sie
jedoch auch verschiedene mit Wasser theilweise gefüllte Steinreser-
Fig. 1.