lieber die Condensation der sauren Dämpfe der Sodafabriken. 501
voirs passiren, in welchen ein Theil verdichtet, der Rest abei abgekühlt
und dadurch in einen für die Condensation im Thurnie geeigneteren
Zustand gebracht wird.
Die aus der Zersetzungspfanne austretenden sauren Dämpfe sind
zwar sehr reich an Salz
säure, aber nicht sehr heiss,
so dass die Verdichtung
derselben im Allgemeinen
keine besondere Schwie
rigkeit bietet. In den am
Tyne gelegenen Fabriken
befindet sich oben am Coke-
thurme eineOeffnung, durch
welche die nicht verdich
teten und nicht verdichtba-
reu Antheile der entwickel
ten Gase direct in die Luft
entweichen. Meistentheils
enthält die an dieser
Stelle austretende Luft
Fig. 3.
keine oder doch nur sehr wenig Salzsäure. Der Gehalt an letzterer
lässt sich nicht nach der Menge des entweichenden Dampfes beurtheilen,
denn zuweilen beobachtet man starke Nebel und doch entweicht ent
weder keine oder doch nur wenig Salzsäure; umgekehrt aber beobachtet
man niemals eine starke Salzsäureentwickelung, ohne dass gleichzeitig
Dampf sichtbar wäre.
Was die Construction der Condensationsthünhe anbetriff't, so sind
dabei wesentliche, in den letzten Jahren getroffene Verbesserungen nicht
zu verzeichnen. Es sollen an dieser Stelle nur einige Vorrichtungen
erwähnt werden, durch welche eine zweckmässige Vertheilung des zur
Condensation zu verwendenden Wassers ermöglicht wird. Zuweilen
bringt man zu diesem Ende oben auf dem Thurnie ein überhängendes
Gefäss, eine sogenannte „tumbling box“ an, welches vom Mittelpunkte
aus nach der einen Seite hin in der Weise unterstützt ist, dass es leei
in horizontaler Lage beharrt, gefüllt aber sich neigt und das Wasser
ausgiesst, um alsdann in seine ursprüngliche Lage zurückzukehren.
Das Wasser ergiesst sich in ein Gefäss mit feinem Siebboden, durch
welchen es gleichmässig in dem Innern des Condensationsthurmes ver
breitet wird.
Einige Fabrikanten geben einem constanten Wasserstrome den
Vorzug, 'welcher durch eine besondere Siebvorrichtung gleichmässig
vertheilt wird. In anderen Fällen wieder condensirt man nur zeit
weise und hat dann einen Drahtzug angebracht, mit Hilfe dessen der
Arbeiter das Wasserreservoir zu jeder beliebigen Zeit entleeren kann.