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Gruppe III. Chemische Industrie.
Es ist klar, dass eine vollständige (Kondensation erst da, wo die
entwickelten heissen Gase mit kaltem Wasser in Berührung kommen,
d. i. im Cokethurm erfolgen kann; aber hier wird man um so weniger
Wasserzusatz gebrauchen und eine um so concentrirtere Säure erhalten,
je niedriger die Temperatur der unten in den Thurm eintretenden Gase
ist. Man hat also ein besonderes Interesse, die Temperatur der ent
wickelten heissen Gase so weit und so rasch, als dies irgend angeht,
herabzustimmen, um womöglich den Hauptträger der Wärme in den
selben, den Wasserdampf, noch vor dem Eintritt der Gase in den Thurm
zusammen mit einem Theil der vorhandenen Salzsäure als Flüssigkeit
niederzuschlagen. Kleine Gefässe gestatten nun unzweifelhaft eine
raschere und geregeltere Abkühlung als sehr grosse, welche, wenn sie
einmal warm geworden sind, die Temperatur sehr lange zurückhalten.
Es sind dies Verhältnisse, auf weiche die Herren Bowman und Newall
zueist aufmerksam gemacht haben. Dieselben wenden daher eine An
zahl kleinerer Reservoire, in welche sie kaltes Wasser einspritzen, zur
Londensation an. Herr Worsley in Netham bedient sich für den näm
lichen Zweck einer grossen Anzahl enger Thonröhren, welche letztere,
nur in etwas veränderter Form, auch zur Verdichtung der Salzsäure
bei den aus Hargreave’s Oefen austretenden Gasen benutzt werden.
Vielleicht wird es gelingen, durch ein System derartiger kleinerer
Gefässe, in welche man von Zeit zu Zeit kaltes Wasser einspritzt und
welche durch ihre bedeutende Oberfläche eine vollständigere Ausnutzung
der abkühlenden Wirkung der Luft gestatten, die Condensation in kür
zerer Zeit und in kleinerem Raume auszuführen. Trotzdem wird man
die Thürme, wenigstens um die Condensation zu Ende zu führen, nie
ganz entbehren können; denn hier erst kommt die Salzsäure in regel
mässiger Weise mit fein vertheiltem, bereits flüssigem Wasser von ver-
haltmssmässig niederer Temperatur in Berührung, welches genügende
Angriffspunkte zur vollständigen Verflüssigung auch der Salzsäure bietet.
Herr J. Mather hat daran gedacht, comprimirte abgekühlte Luft
in die heissen Gase einzublasen, um durch die niedere Temperatur der
ersteren und die additioneile Kälte, welche durch Ausdehnung erzeugt
wird, die Temperatur des Gemenges rasch zu erniedrigen. Diese Idee,
obgleich im Princip gut, ist, so weit dies der Berichterstatter beurthei-
theilen kann, bei den Unkosten, welche eine derartige Abkühlung zur
Zeit noch veranlasst, bis jetzt praktisch undurchführbar.
Allgemeines über Condensation.
Die Unkosten, welche die Condensation veranlasst, sind sehr ver
schieden und hängen in gewissem Sinne von der Nachfrage nach Salz
säure ab. Im Allgemeinen aber macht sich eine gute Condensation
auch gut bezahlt. Eine Schwierigkeit jedoch ist bis jetzt weder durch