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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Barium, Strontium, Calcium, Magnesium. 
Von Rud. Biedermann. 
In der Gruppe der zweiatomigen Metalle, welche durch die Eigen 
schaft charakterisirt sind, dass sie die Chlorwasserstoffsäure lebhaft 
unter Entwickelung von Wasserstoffgas zersetzen, um Chloride von der 
Formel MCL zu bilden, begegnen wir einer Familie, deren Glieder in 
engerem Zusammenhänge unter einander stehen als mit den übrigen 
zweiwerthigen Metallen. Diese Familie wird vom Calcium, Strontium 
und Barium gebildet. Sie sind die basischsten Metalle der zweiwerthigen 
Gruppe, und in Bezug auf ihre Basicität bilden sie eine Reihenfolge, 
deren Stufen nach der Grösse ihrer Atomgewichte geordnet sind, so 
zwar, dass Ba (= 137) das basischste Metall ist, dem Sr (= 87*5) und 
Ca (= 40) folgen. 
- In einem Verwandtschaftsverhältniss zweiten Grades befindet sich 
zu ihnen das Magnesium, das seinerseits wieder in Beziehung zum Zink 
und Cadmium steht, während es in den meisten seiner Eigenschaften 
allerdings sich dem Calcium nahe an die Seite stellt. Eine bemerken s- 
werthe Annäherung an das Barium können wir noch von Seiten des 
Bleies in manchen Verbindungen constatiren, in denen es als zwei 
atomiges Metall auftritt. 
Bei der Verarbeitung der Naturkörper zu Zwecken des mensch 
lichen Gebrauchs, hei der technischen Thätigkeit des Menschen können 
oft Elemente, die einer solchen Familie augehören, wie die oben erwähnte 
eine ist, einander ersetzen, ohne dass dem allgemeinen Charakter des 
Products wesentlich Eintrag gethan wird, und so, dass die speciellen 
Eigenschaften des vertretenden Elements einen Vorzug des veränderten 
Products bilden. Die Möglichkeit einer solchen Ersetzbarkeit zeigt 
uns die Natur selbst in den zahlreichen isomorphen Körpern, welche 
sie uns darbietet. Es ist hervorzuheben, dass die technologische Be 
deutung der in der Ueberschrift genannten Metalle zumTheilauf dieser 
Vertretbarkeit beruht.
	        
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