MAK

Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Barium. 
517 
Eisenchlorid der Manganlösung herrührt. Man kann die Reaction 
durch folgende chemische' Gleichung ausdrücken: 
BaS0 4 + Mn CB 4- 4 C = MnS -f BaCl 2 + 4 CO. 
Die Masse wird dann mit warmem Wasser ausgelaugt. Aus der Lösung 
krystallisirt in der Regel gleich reines Chlorbarium. Wenn von dem 
durch Einwirkung der Kohle auf den Schwerspath entstandenen 
Schwefelbarium ein Theil sich nicht mit dem Manganchlorür umgesetzt 
haben sollte, wodurch die Lösung gelb erscheinen würde, so hilft man 
diesem Uebelstand durch Zusatz von etwas reiner Manganchlorürlösung 
ab; umgekehrt wird ein Ueberschuss von letzterem durch Schwefel 
barium entfernt. 
Mit Vortheil ist diese Methode wohl nur dort anwendbar, wo mangan- 
chlorürhaltige Flüssigkeiten als Nebenproduct der Chlorkalkbereitung 
billig zu Gebote stehen. Hr. Kühl mann hat auch verstrebt, den 
Schwefel des bei seiner Methode resultirenden Schwefelmangans und 
Schwefeleisens zum Zweck der Schwefelsäurefabrikation nutzbar 
zu machen. Allem die Schwefelmetalle lassen sich nicht ohne 
Zersetzung trocknen, und natürlicher Schwefelkies ist weit billiger. 
Ein anderes Verfahren zur Erzeugung von Chlorbarium besteht 
darin, dass fein gepulverter Schwerspath und wasserfreies Chlorcalcium 
zusammengeschmolzen und mit Wasser schnell ausgelaugt werden. 
Bariumsulfat und Chlorcalcium liefern Calciumsulfat und Chlorbarium. 
Bei längerer Berührung mit Wasser erfolgt aber wieder Umsetzung in 
umgekehrtem Sinne. Eine weit sicherere Reaction geht vor sich, wenn 
dem Gemenge von Schwerspath und Chlorcalcium Kohlepulver hinzu 
gefügt wird. Man glüht im Tiegel, bis die Kohlenoxydflamme sich 
nicht mehr zeigt. Es ist dann folgende Umsetzung vor sich gegangen: 
BaS0 4 + CaCl 2 -f 4C = CaS + BaCl 3 + 4 CO. 
Da beim nun folgenden Auslaugen der Masse mit Wasser das Schwefelcal 
cium lösliches Calciumsulfhydrat liefern kann, welches die Reinheit des 
Chlorbariums beeinträchtigen würde, so hat Hr. Godin nach einem bel 
gischen Patent*) das Verfahren in der Weise verbessert, dass er dem Ge 
misch noch Kalkstein hinzufügt. Der hieraus entstehende Aetzkalk bildet 
mit dem Schwefelcalcium unlösliches Calciumoxysulfuret. Godin cal- 
cinirt im Flammofen ein Gemisch von 100 Thln. Schwerspath, 35 bis 
50 Thln. Kohle, 15 bis 25 Thln. Kalkstein, 40 bis 60 Thln. Chlor 
calcium. Ilr. Dullo 2 ) bemerkt zu diesem Verfahren, dass trotz unvoll 
ständiger Zersetzung eine billigere Darstellungsweise, wenigstens da, 
wo Chlorcalcium als Nebenproduct gewonnen wird, nicht möglich sei. 
i) Godin, Diugl. pol. J. CLXXI, 316; Chem. News 1866, Nro. 357, 168. 
2 ) Dullo, Deutsche Industrieztg. 1865, 18.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.