Barium.
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Eisenchlorid der Manganlösung herrührt. Man kann die Reaction
durch folgende chemische' Gleichung ausdrücken:
BaS0 4 + Mn CB 4- 4 C = MnS -f BaCl 2 + 4 CO.
Die Masse wird dann mit warmem Wasser ausgelaugt. Aus der Lösung
krystallisirt in der Regel gleich reines Chlorbarium. Wenn von dem
durch Einwirkung der Kohle auf den Schwerspath entstandenen
Schwefelbarium ein Theil sich nicht mit dem Manganchlorür umgesetzt
haben sollte, wodurch die Lösung gelb erscheinen würde, so hilft man
diesem Uebelstand durch Zusatz von etwas reiner Manganchlorürlösung
ab; umgekehrt wird ein Ueberschuss von letzterem durch Schwefel
barium entfernt.
Mit Vortheil ist diese Methode wohl nur dort anwendbar, wo mangan-
chlorürhaltige Flüssigkeiten als Nebenproduct der Chlorkalkbereitung
billig zu Gebote stehen. Hr. Kühl mann hat auch verstrebt, den
Schwefel des bei seiner Methode resultirenden Schwefelmangans und
Schwefeleisens zum Zweck der Schwefelsäurefabrikation nutzbar
zu machen. Allem die Schwefelmetalle lassen sich nicht ohne
Zersetzung trocknen, und natürlicher Schwefelkies ist weit billiger.
Ein anderes Verfahren zur Erzeugung von Chlorbarium besteht
darin, dass fein gepulverter Schwerspath und wasserfreies Chlorcalcium
zusammengeschmolzen und mit Wasser schnell ausgelaugt werden.
Bariumsulfat und Chlorcalcium liefern Calciumsulfat und Chlorbarium.
Bei längerer Berührung mit Wasser erfolgt aber wieder Umsetzung in
umgekehrtem Sinne. Eine weit sicherere Reaction geht vor sich, wenn
dem Gemenge von Schwerspath und Chlorcalcium Kohlepulver hinzu
gefügt wird. Man glüht im Tiegel, bis die Kohlenoxydflamme sich
nicht mehr zeigt. Es ist dann folgende Umsetzung vor sich gegangen:
BaS0 4 + CaCl 2 -f 4C = CaS + BaCl 3 + 4 CO.
Da beim nun folgenden Auslaugen der Masse mit Wasser das Schwefelcal
cium lösliches Calciumsulfhydrat liefern kann, welches die Reinheit des
Chlorbariums beeinträchtigen würde, so hat Hr. Godin nach einem bel
gischen Patent*) das Verfahren in der Weise verbessert, dass er dem Ge
misch noch Kalkstein hinzufügt. Der hieraus entstehende Aetzkalk bildet
mit dem Schwefelcalcium unlösliches Calciumoxysulfuret. Godin cal-
cinirt im Flammofen ein Gemisch von 100 Thln. Schwerspath, 35 bis
50 Thln. Kohle, 15 bis 25 Thln. Kalkstein, 40 bis 60 Thln. Chlor
calcium. Ilr. Dullo 2 ) bemerkt zu diesem Verfahren, dass trotz unvoll
ständiger Zersetzung eine billigere Darstellungsweise, wenigstens da,
wo Chlorcalcium als Nebenproduct gewonnen wird, nicht möglich sei.
i) Godin, Diugl. pol. J. CLXXI, 316; Chem. News 1866, Nro. 357, 168.
2 ) Dullo, Deutsche Industrieztg. 1865, 18.