548 Gruppe III. Chemische Industrie.
als der des brennenden Magnesiumdrahts, während bei derselben Ze
nithdistanz der chemische Glanz der Sonnenscheibe nur 36'6mal so
gross ist, als der des Drahtes. Diese Zahlen beweisen deutlich den
hohen Werth dieses Lichtes für photographische Anwendungen.
Der Photograph Hr. Brothers 1 ) in Manchester hat gefunden,
dass die photographische Wirkung des Magnesiumlichts in genauem
Verhältniss steht zum Gewicht des verbrannten Metalls. • Die. Zeit,
welche zur Aufnahme-eines Gegenstandes bei diesem Liebte nöthig ist,
hängt deshalb von der Dicke des Drahtes und der Anzahl der verbren
nenden Drähte ab. Es kann die Zeit um die Hälfte verkürzt werden,
wenn man das Gewicht des per Secunde verbrennenden Drahtes ver
doppelt.
Für Zwecke der Beleuchtung ist das Magnesiumlicht in gewisser
Beziehung ausserordentlich geeignet. Seine grosse optische Intensität
ist oben schon erwähnt. Ferner findet man, dass sein Spectrum alle
Farben enthält, woraus hervorgeht, dass es alle Farben der Objecte,
die es beleuchtet, richtig zu zeigen vermag. Eine kleine Modification
tritt allerdings aus dem Grunde ein, dass ein Uebergewicht der Strahlen
an dem am meisten brechenden, violetten Ende des Spectrums statt
hat, wodurch dem Lichte ein etwas bläulicher Ton ertheilt wird. Diese
Färbung ist indess durchaus nicht störend. Gelb wird leuchtender,
Blau und Grün erscheinen etwas verstärkt, Roth zieht etwas ins 110-
lette. Die Veränderungen fallen weniger auf, als die durch Gas- und
Kerzenlicht bewirkten. Auch in der Beziehung empfiehlt sich das
Magnesiumlicht, dass es im \ ergleich zu seiner Leuchtkraft eine ausser
ordentlich geringe Wärme erzeugt. Schon das Gas ist in dieser Hin
sicht vortheilhafter als Kerzen, da es bei gleicher Leuchtkraft kaum
die Hälfte der durch diese hervorgebrachten Hitze giebt. Aber Magne
sium übertrifft das Gas bei Weitem, der Heizeffect desselben ist bei
gleicher Leuchtkraft 265mal geringer als der des Leuchtgases. Was
die Verbrennungsproducte anbetrifft, so besitzt das Magnesium insofern
Vorzüge vor Gas und Kerzen, als es nicht, wie diese, Wasserdampf
und Kohlensäure erzeugt, durch welche die Luft nicht nur feucht,
sondern auch erheblich verdorben wird, wenn nicht für gehörige Ven
tilation gesorgt wird. Magnesium entwickelt nun zwar weder Wasser
noch Kohlensäure, aber sein Verbrennungsproduct, das Magnesiumoxyd,
bildet sich in grosser Menge als unendlich feines weisses Pulver,
welches die Luft eines geschlossenen Raumes bald unerträglich macht.
Der Hauptgrund indessen, der sich einer Einführung des Magne
siums als Beleuchtungsmaterial entgegenstellt, ist sein hoher Preis. Es
liegt eine Kostenzusammenstellung für Magnesium-, Kerzen und Gaslicht
i) Wagn. Jahresber. 1866, 2.