Magnesium. 549
von Hrn. E. Frankland 1 ) vor, aus der wir'das Folgende hervorheben.
.Von einem Magnesiumdraht, dessen Licht dem von 74 Stearinkerzen
(5 auf ein Pfund) gleichkommt, werden per Minute 3 Fuss consumirt,
also in 10 Stunden 1800 Fuss oder 27s Unzen. In derselben Zeit
verbrennen 74 Kerzen 20 Pfund Stearin. Gleiches Licht wird durch
16’6 Pfd. Wallrathkerzen oder durch 404 Cubikfuss Zwölfkerzengas
erzeugt. Der Preis der Unze Magnesiumdraht war im Jahre 1866
7 Thlr. 3 Sgr. oder 1 Pf. St. 1 Sh. 97s P- Nimmt man den Preis
des Gases zu 4 Sh. 6 P. per 1000 Cubikfuss, den eines Pfundes Stearin
kerzen zu 1 Sh., so kosten, bei gleicher Leuchtkraft
Pf. St. Sh. P.
2 x / 2 Unzen Magnesiumdraht . . 2 12 6
20 Pfd. Stearinkerzen .... 1
404 Cubikfuss Steinkohlengas . 1 9 4 /s
Diese Zahlen sind für das Magnesiumlicht sehr ungünstig. Frank
land bemerkt hierzu, dass während die Fabrikation der Kerzen und
des Gases durch langjährige Erfahrung ausgebildet sei, die Darstellung
des Magnesiums ein durchaus neuer Process sei, und dass die Fragen,
ob und auf welche Art es billiger darzustellen sei, noch kaum genügend
geprüft seien. Es ist indess bis heute noch nicht eine genügend ei-
hebliche Preisermässigung eingetreten. Im Handel kostet die Unze
Magnesiumdraht 4 Thlr., das Gramm 4M Sgr., das Kilogramm etwa
130 Thlr. Es würde also heute in der oben gegebenen Frankland’-
schen Berechnung der Preis für 2 1 / 3 Unzen Magnesium (dem Aequi-
valent von 20 Pfd. Stearinkerzen und 404 Cubikfuss Gas) gleich 1 Pf. St.
9 Sh. zu setzen sein. Frankland vergleicht die Fabrikation des
Natriums, von dessen Preis der des Magnesiums abhängt, mit der des
Phosphors, und hält es für wahrscheinlich, dass das Natrium bei ent
sprechendem Absatz zu dem gleichen Preise hergestellt werden kann
wie der Phosphor. Das Natrium würde dann noch mit Vortheil zu
2 Sh. 9 P. oder 27 x / 2 Sgr. per Pfund zu verkaufen sein, während es
heute 3 Thlr. 15 Sgr. kostet. Er berechnet bei Annahme dieses Preises
und unter Berücksichtigung der Kosten an Arbeitslohn, Heizmaterial etc.
den Preis der Unze Magnesium zu 2 Sh., also den eines Gramms zu
0-64 Sgr. Selbst unter diesen Umständen würde es noch immer drei
mal theurer als Gaslicht sein. Ganz anders würde sich das Verhältnis
stellen, wenn man das Natrium ganz entbehren und Magnesium in
ähnlicher Weise wie Zink mittelst Holzkohle aus dem Erz darzustellen
lernte. Es gehört dies bei der grossen Aehnlichkeit der beiden Me
talle durchaus nicht in das Bereich der Unmöglichkeit. Dann wurde
das Magnesiumlicht nicht mehr den vierten Theil des Gaslichts kosten,
und dies würde sicher eine ebenso bedeutende Umwälzung im Beleuch-
i) Erankland, Wagn. Jahresber. 1866, 3.