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Gruppe III. Chemische Industrie.
parallelepipedische Stücke schneidet, die in den Handel gebracht
werden.
Die Hrn. Frey di er und Dubreul i) schlagen nach einem französischen
Patent zur Darstellung von Magnesiumsalzen folgenden Weg
zur Zersetzung des Dolomits ein. Derselbe wird calcinirt und in
Wasser aufgeschwemmt. Alsdann wird schweflige Säure hineingeleitet
wodurch er sich in Bisulfit verwandelt. Mit einer zweiten Portion
Dolomit wird gefällt und der aus neutralen Sulfiten bestehende Niederschlag
abfiltnrt und geröstet. Die Sulfite verwandeln sich in Sulfate
aus denen man das Magnesiumsulfat durch Wasser auszieht. Man
kann die Sulfite auch durch Erhitzen mit Kohle zu Schwefelmetallen
reduciren. Ersetzt man in obiger Reaction die schweflige Säure durch
Schwefelwasserstoff, so erhält man direct Schwefelmetalle, und wenn
man Doiomit anwendet, den man nur massig in geschlossenem Raume
geglüht hat, der also den grössten Theil des Calciums noch als Carionat
enthält, während das Magnesium zum grössten Theil als Oxyd
vorhanden ist, so löst sich das letztere allein auf. Die Lösung des
Sulfhydrats scheidet bekanntlich beim Erhitzen unter Entweichen von
Schwefelwasserstoff Magnesia ab. Endlich kann man die Trennung
von Magnesia und Kalk mittelst Zucker bewerkstelligen, indem man
zum Klaren der Zuckersäfte Dolomit anstatt Kalk benutzt. Der Kalk
ost sich als Zuckerkalk auf, die Magnesia bleibt unlöslich zurück und
kann zu den verschiedenen Salzen verarbeitet werden.
Die technische Verwerthung einiger anderer Magnesiumverbindungen
hat besonders durch die Aufschliessung des Stassfurter Steinsalzlagers
einen hohen Aufschwung genommen. Die in dem dortigen
sogenannten Abraumsalze, das in einer Dicke von 65 Meter das Steinsalzlager
bedeckt, vorkommenden Magnesium haltigen Mineralien sind:
1) Kieserit, MgS0 4 -j- aq. 2 );
2) Carnallit, K Mg CI, -f 6H 2 0;
3) Polyhalit, 2 Ca S 0 4 , MgS0 4 , K 2 S0 4 , 2H,0;
4) Tachhydrit, Ca Cl 2 , 2 Mg Cl 2 , 12 H 2 0;
5) Kainit, K 2 S0 4 , Mg S0 4 , Mg Cl 2 , 6 H 2 0;
6) Schoenit oder Pikromerit, K 2 S0 4 , MgS0 4 , 6 H 2 0;
7) Astrakanit, Na 2 S0 4 , Mg S0 4 , 4H 2 0;
8) Boracit, 2Mg 3 B 8 0 15 , MgCl 2 4- 6 H 2 0.
Es ist besonders der Kieserit, welcher wichtige Verwendung
findet. Dies Mineral ist in Wasser so unlöslich wie Gyps und wird
durch Aufnahme von Wasser zu einer festen cementartigen Masse.
Erst durch lang andauernde Einwirkung des .Wassers löst es sich
b Freydier und Dubreul, Ber. chem. Ges. 1873, 1270.
Wassergehalt ist wechselnd.
2 ) Der