Mörtel und Cement.
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Portlandcement.
Seit der Einführung der fabrikmässigen Gewinnung von Portland
cement in Deutschland durch Dr. Hermann Bleibtreu im Jahre
1852 hat dieser Zweig sehr bedeutende Ausdehnung erfahren und es
entstehen noch fortwährend neue ihm gewidmete Anstalten. Folgendes
ist ein Verzeichniss der bekanntesten gegenwärtig bestehenden Firmen.
Der bedeutendste Platz für Portlandcementfabrikation ist Stettin:
die älteste Fabrik ist die von Bleib treu mit Consul Gutike er
richtete, später wurde die Quistorp’sehe auf der Insel Misdroy,
neuerdings die Fabrik „Stern“, Töpfer & Granitz errichtet. Es
folgen von Norden nach Süden:
Portlandcementfabrik Cammin-Gristow in Pommern, Gehr.
Sillem, Palhude, Schleswig-Holstein, 0. F. Alsen & Sohn, Itzehoe
bei Hamburg, J. E. Vitt er zu Emden, Gebr. Heyn in Lüneburg,
Bonner Bergwerks- und Hüttenverein (H. Bleib treu), Elsner & Co.,
Tarnowitz, Oberschlesien, Hirschberger Portlandcementfabrik,
Hirschberg; früher Pistorius & Co., Prüssing & Planck,
Vorwohle in Braunschweig, Böcking & Dietsch, Malstadt bei Saar
brücken, Dy ckerh off & Söhne, Biberich a./Kh., Kraft & baulich,
Perlmoos in Tyrol.
Unter den am Fuss der östlichen Alpen häufigen Kalkmergeln
kommen zuweilen Arten vor, die von Natur ein zu Portlandcement
gerade passendes Mischungsverhältniss von lhon und Kalk besitzen.
So zu Perlmoos in Tyrol; ein Lager für Jahrhunderte unerschöpflich,
von A. Sau lieh 1 ) ausgebeutet auf Portlandcement, dem Inhaber eines
Patentes auf besonders dazu geeignete Brennöfen.
G. Feichtinger 2 ) fand bei der Analyse dieses Mergels und des
daraus gewonnenen Portlandcementes in 100 Thln.
i) Bayer. Kunst- u. Gewerbebl.; 1865, 274. 2 ) G. F eichtinger, Dingl.
pol. J. LXXIV, 433.