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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

569

Mörtel  und  Gement.

trocknem  Wege,  ohne  dass  Kalkkörner  in  der  Masse  bleiben,  auf»
Innigste  mischen  lassen  und  einen  guten  Portlandcement  geben.
Derselbe  lenkt  die  Aufmerksamkeit  der  Praktiker  auf  die  schieferigen
Plattenkalke,  wie  sie  sich  nördlich  von  den  Yogesen,  im  Berglande
Hessens,  in  der  hannoverschen  Ebene  nördlich  vom  Harz,  zwischen  dem
Göttinger  Walde  und  dem  Harze  und  vielen  anderen  Orten  vorfinden.
Jene  Plattenkalke  kommen  den  jungen  Kalkmergeln,  von  denen  sie
in  physikalischen  Eigenschaften  sehr  abweichen,  in  chemischer  Beziehung
sehr  nahe.  Sie  geben  ohne  weiteren  Zusatz,  bis  zum  Sintern  gebrannt,
ein  schweres  scharfkantiges,  nicht  leicht  zu  mahlendes  Pioduct  von
angenehm  grauer  Farbe,  welches  sich  als  guter  Portlandcement  verhält. ­
  —  In  derselben  zuletzt  genannten  Gegend,  nämlich  am  sogenannten
„Hilsse“  zu  Yorwohle,  in  der  Nähe  von  Holzminden,  sind  neuerdings
treffliche  Materialien  zu  Portlandcement  durch  Ingenieur  Prussing
aufgefunden  worden:  Kalk  und  Thon.  Der  Kalk  enthält  8  p.G.  unlösliche ­
  Theile  (Kieselsäure  und  Thonerde).  Die  Thone,  zwei  Sorten,

ergaben  in  der  Analyse:
Kieselerde  .  .
Thonerde  .  .
Eisenoxyd  .  .
Kalk  .  .  .  .
Magnesia  .  .
Kali  .  .  .  .
Natron  .  .  .
Wasser  .  .  .
Kohlensäure  .

I.
52-60  .
22-64  .
8-38  .
0-49  .
0-12  .
J  1-95  .
12-60  .

H.
51-37
19-82
12-36
0-50
o-ii
2-61
11-79
0-52

Eine  dritte  Sorte  dort  vorkommenden  Thons  enthält  3’5  p.  C.
Alkalien.  Die  Qualität  beider  Materialien  an  demselben  Fundort,
dicht  bei  der  Eisenbahn,  und  der  unerschöpfliche  Reichthum  des
Vorkommens  hat  Anlass  zur  Ausbeutung  in  einer  mit  dem  Jahreswechsel ­
  1873/74  eröflheten  Fabrik  mit  300  000  Thlrn.  Capital  gegeben. ­
  -  Dass  zu  Cement,  auch  zu  Portlandcement,  brauchbare  Materialien ­
  viel  verbreiteter  sind  als  man  früher  annahm,  beweisen  zahlreiche ­
  andere  Unternehmungen  und  Beobachtungen.  Hierher  gehört
auch  die  von  C.  A.  M.  Balling 2 )  gemachte,  dass  manche  Grunsteme
dazu  tauglich  sind.  Ein  solcher,  und  zwar  ein  Diabas  vom  Augustischacht
  in  Drkolnov  (Oesterreich),  mit  dem  1‘5  fachen  Gewicht  gebrannten
Kalk  gemischt,  gab  nach  dem  Brennen  einen  durch  den  hohen  Eisengehalt ­
  (über  16  p.C.  des  Diabas)  ziemlich  dunkel  gefärbten,  langsam

J )  H.  Frühling,
Ziegeln  etc.  1870,  107.
XIX,  274.

Notizbl.  des  deutsch.  Vereins  für  Fabrikation  von
2)  C.  A.  M.  Balling,  Oesterr.  Zeitschr.  1871,

/
            
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