Mörtel und Gement.
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Der sogenannte Medinacement von Francis brothers & Pott
in London J ), vom gewöhnlichen Portland'unterschieden durch geringeren
Gehalt an Kieselerde und Kalk bei höherem Gehalt an T honerde,
Eisenoxyd und Magnesia, steht an Festigkeit gegen jenen zurück,
soll aber dem Seewasser besser widerstehen, worauf Heeren aufmerk
sam macht.
Auch dolomitische, also Magnesia in grösseren Beträgen haltende,
Kalke können unter Umständen mit Vortheil zu Portlandcement An
wendung finden, wie dies L. E rdmenger 2 ) für ein solches Material
aus dem Zechstein nachwies. Das Gestein bestand in drei aufeinander
folgenden, aber etwas von einander abweichenden Schichten, aus:
1. 2. 3.
Kalk- und Magnesiacarbonat ..... 86'5 930 96 3
Eisenoxyd und Thonerde 5*0 12 18
Kieselerde und in Säuren unlöslich . . 7*5 5 0 2 6
mit 31 bis 33 p.C. Magnesia. Als Versatz diente ein Thon, beste
hend aus:
Kieselerde u. Unlöslichem. Thonerde u. Eisenoxyd. Gebund. Wasser.
55*4 34*5 9*5
Die aus dem Gemisch beider Materialien nach den bekannten Regeln
bei hoher Temperatur erbrannten Cemente enthielten:
1.
52-4
20-6
10-9
16-7
2.
49-0
27*2
7*1
16*5
3.
47*5
30*1
8*8
13-4
Kalk
Magnesia
Thonerde und Eisenoxyd . .
Kieselerde und Unlösliches .
Sie erwärmten sich beim Anmachen mit etwa der Hälfte Wasser
kaum, nur um 1 bis 1*5» C., hatten ein Volumgewicht von 2*9 bis
3*2 und verhielten sich wie ein guter Portlandcement. Aus einer Reihe
von empirischen Proben mit abgestuften Mischungsverhältnissen, woraus
der obige Cement als das passendste hervorging, zogErdmenger den
Schluss, dass das Verhältnis der Säuren (zu denen er auch Thonerde und
Eisenoxyd hier zählt) zu dem Kalk am besten wie 1:2 genommen werde.
Dabei sei aber der Kalk allein, mit Ausschluss der Magnesia, in Rech
nung zu ziehen, von der er glaubt, dass sie frei und als unthätiger
Gemengtheil in dem Cemente enthalten sei.
Schon von verschiedenen Seiten ist darauf aufmerksam gemacht
worden, dass Gemenge von P&rtlandcement und gemeinem Kalk sich
hydraulisch verhalten/selbst dann noch, wenn der letztere vorwiegt.
Dieses Verhalten kann erhebliche Ersparnisse bei Bauten gewähren und es
i) Heeren, Mittheilungen des hannov. Gewerhverems; 1869, 254.
2 ) L. Erdmenger, Dingl. pol. J. CCIX, 286.